Bluttat in London Behörden fürchten Nachahmer nach Soldatenmord

Die britischen Sicherheitsbehörden sind alarmiert: Nach der brutalen Attacke auf einen Soldaten in London fürchten die Ermittler Trittbrettfahrer. Die Deutsche Polizeigewerkschaft sieht auch hierzulande die Gefahr von Nachahmern.

Britischer Polizist: Die Anti-Terror-Einheit des Landes hat die Ermittlungen ausgeweitet
AFP

Britischer Polizist: Die Anti-Terror-Einheit des Landes hat die Ermittlungen ausgeweitet


London/Hamburg - Der britische Premierminister David Cameron hat beunruhigende Informationen von den Sicherheitsdiensten MI5 und Scotland Yard erhalten. Die Chefs der beiden Behörden erläuterten während eines Treffens des Sicherheitskabinetts Cobra die Gefahr von Nachahmern des Anschlags auf den jungen Soldaten Lee Rigby in London. Der 25-Jährige war am Mittwoch von zwei mutmaßlichen Islamisten auf offener Straße getötet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen an Kasernen und militärischen Einrichtungen wurden daraufhin erhöht.

In dem Meeting erläuterten die Sicherheitsexperten der britischen Regierung nun ihre Sorge, dass die Tat kopiert werden könne, berichtet die britische "Times". "Ein solches Vorhaben kann in Windeseile umgesetzt werden."

Beim Scotland Yard haben die entsprechenden Abteilungen dem Bericht zufolge die Gefahr durch eventuelle Trittbrettfahrer intensiv diskutiert. Die Leitung der Anti-Terror-Einheit arbeite eng mit dem Militär zusammen, um die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten. Allein in London sind der "Times" zufolge 1200 Polizeibeamte zusätzlich im Einsatz, um mögliche Angriffe zu verhindern.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält auch hierzulande extremistisch motivierte Angriffe auf Soldaten der Bundeswehr für möglich. "Auch deutsche Soldaten sind ein potentielles Anschlagsziel. Durch die Tat mit dem Fleischerbeil in London wächst die Gefahr von Nachahmern hierzulande", sagte der stellvertretende DPolG-Vorsitzende Hermann Benker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Einzelne Täter könnten das Engagement deutscher Soldaten im Ausland als Begründung für brutale Attacken missbrauchen.

Das Verteidigungsministerium gab inzwischen Details zu dem getöteten Soldaten bekannt. Rigby war unter anderem in Celle und in der afghanischen Provinz Helmand stationiert. Der 25-Jährige hinterlässt einen zweijährigen Sohn.

Mutmaßliche Täter liegen im Krankenhaus

Die britische Polizei arbeitet noch immer an der Aufklärung der Hintergründe der schockierenden mutmaßlichen Terrorattacke. "Dies sind komplexe Ermittlungen, die sich schnell verändern können", hieß es von Scotland Yard. Man verfolge zahlreiche Spuren. Am Donnerstagabend wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen, ein Mann und eine Frau, beide 29 Jahre alt. Sie wurden von der Polizei verhört. Mehrere Wohnungen in verschiedenen Teilen Londons und in der Grafschaft Lincolnshire wurden durchsucht.

Die beiden Hauptverdächtigen, die 22 und 28 Jahre alt sein sollen, liegen unter strenger Bewachung weiter im Krankenhaus. Die Polizei hatte sie am Mittwoch angeschossen, nachdem sie mit den mutmaßlichen Tatwaffen in der Hand bei dem ermordeten Soldaten angetroffen worden waren. Beide Männer hätten keine lebensgefährlichen Verletzungen, hieß es. Die Männer waren der Polizei bekannt. Der Sender BBC berichtete, einer von ihnen sei 2007 bei einer islamistischen Demonstration in Luton bei London dabei gewesen.

Die beiden mutmaßlichen Täter hatten bei dem Mord islamistische Parolen ausgerufen. Bei den Männern soll es sich um britische Staatsbürger mit Wurzeln in Nigeria handeln.

Mehrere muslimische Gruppen in Großbritannien verurteilten den mutmaßlichen Terrorangriff scharf. Eine solche barbarische Tat habe keinerlei Basis im Islam, hieß es am Donnerstag vom britischen Muslimrat. Alle Menschen und Gruppen, egal ob muslimisch oder nicht, müssten nun zusammenhalten. Die Polizei müsse dafür sorgen, dass keine Spannungen hochkochten. Der Rat betonte zudem, dass Muslime seit langem als Soldaten in der britischen Armee arbeiteten und dies mit Stolz täten.

ler/AFP/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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General_Turgidson 24.05.2013
1. Niemals nie nicht
Solch eine Maßnahme wird in Europa auf Jahre hinaus nicht getroffen werden! Man stelle sich vor: Ein weiterer Soldat gerät in eine solche Situation, greift zur Waffe und verletzt eine Gruppe Angreifer. Die Folge wäre genau das, was gerade in Schweden zu bewundern ist, in Frankreich in den Banlieues schon zu sehen war und auch in Britannien schon zu sehen war: TAUSENDE Menschen mit Migrationshintergrund und aus der Antifa-"Szene" würden die Straßen fluten, es käme zu massiven Ausschreitungen, es käme zu massiver Solidarisierung gewisser Schichten mit den armen Angreifern. Ein solches Szenario werden die Konsenz-Politiker die in Europas Hauptstädten und Brüssel herrschen um jeden Preis vermeiden. Dabei ist die Zahl der Polizisten, Staatsanwälte und Soldaten die durch kleinreden des Problems egal und Kolateralschaden. (Schade das dieser Beitrag in der Zensur hängen bleiben wird. Freiheit war früher die Freiheit des Andersdenkenden)
egyptwoman 24.05.2013
2. optional
Ich denke nicht das es ratsam ist jetzt jeden Soldaten oder auch Polizisten der vom Dienst kommt oder zum Dienst geht mit ner geladen Waffe rumlaufen zu lassen, das würde gewisse Kreise mehr provozieren. Es wird in diesem Artikel immer was vom Schutz der Soldaten und das es Nachahmungstäter gegenüber Soldaten geben könnte geschrieben was sicher möglich wäre, aber vergessen sollte man dabei nicht, was gestern in einem Artikel über die Tat stand was diese beiden Täter noch geäußert haben, nämlich das sie auch Polizisten abschlachten wollten und als die Polizei eintraf sind die beiden ja auch auf die Polizisten zugegangen bevor sie durch Kugeln gestoppt worden, also ist nicht nur jeder Soldaten sondern auch jeder Polizisten, ich möchte sogar sagen jeder Uniformträger als nächstes Potentielles Opfer zu sehen, sollen die jetzt dann alle mit ner geladenen Waffe zum Dienst gehen oder vom Dienst kommen? Ich glaub nicht das das die richtige Art und Weise ist diesen Fanatikern die sich hinter einer friedlichen Religion verstecken und damit jeden friedlichen Moslem - und das ist die Mehrheit - mit in den Abgrund reißen, zum stoppen zu bringen. Da müssen andere Maßnahmen her. Viele derer die diese Taten verübt haben in letzter Zeit so erfährt man immer wieder aus der Presse und den anderen Medien waren den Staatsschützern teil schon jahrelang bekannt und trotzdem konnten sie solche abscheulichen Taten verüben. Da müsste man ansetzen und dies Leute rigoros ausweisen, wenn sie die dt. Staatsbürgerschaft besitzen sollten ihnen diese aberkennen, ja auch denen die von geburt an diese Staatsbürgerschaft besitzen und konvertiert sind. Wer sich so menschenverachtend verhält und das alles noch versteckt hinter einer Religion was mich immer wieder wütend macht weil ich auch diese Religion lebe als Konvertierte, der hat jedes Recht verwirkt zb. die dt. Staatsbürgeschaft zu haben. Jeder aufrechte Muslime - das sind die meisten - möchte mit diesen Leuten nichts zu tun haben und sagt das dies nichts mit der Religion und Allah zu tun hat sondern mit reiner Lust am töten und morden und Angst verbreiten.
karinl. 25.05.2013
3. mutmaßlich
Ich bin und bleibe ein Fan von Disziplin und Eigenverantwortung. Was wir seit längerer Zeit erleben müssen, ist ein Werteverfall höchster Güte und eine Gegensteuerung seitens Politik und Wirtschaft ist mutmaßlich (wahrscheinlich) weder gewollt noch gewünscht. So blind und ignorant wie diese Herrschaften reagieren, steuert alles auf einen echten Supergau hin. Und ich hatte die Hoffnung, dass Selbstjustiz in großem Stil der Vergangenheit angehört. Mutmaßlich (offenbar) falsch gelegen... PS. Die Verarmung unseres Sprachausdrucks - sprich Wortschatzes - zähle ich bereits dazu... es gibt mehr als nur "mutmaßlich"
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