Tödliche Messerattacke Erste Anklage nach Soldatenmord von London

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Soldaten in London ist der erste Verdächtige angeklagt worden. Der 22-Jährige erschien vor einem Bezirksgericht, er muss sich wegen Mordes und Waffenbesitzes verantworten.

Gefangenentransporter in London: Ermittlungen nach britischer Terrorgesetzgebung
AP

Gefangenentransporter in London: Ermittlungen nach britischer Terrorgesetzgebung


London - Rund eine Woche nach der Ermordung eines Soldaten in London ist der erste Verdächtige wegen Mordes angeklagt worden. Der 22-Jährige erschien am Donnerstag vor Gericht, wie der Sender BBC berichtete. Michael Adebowale bestätigte dem Bezirksgericht des Stadtteils Westminster seinen Namen und seine Adresse, dann wurde die Anklage verlesen.

Dem 22-Jährigen wird vorgeworfen, zusammen mit dem sechs Jahre älteren Michael Adebolajo vergangene Woche den Soldaten Lee Rigby brutal mit einem Fleischerbeil ermordet zu haben. Er wurde auch wegen Besitzes einer Schusswaffe angeklagt.

Laut Staatsanwalt Bethan David fallen die Ermittlungen unter die britische Terrorgesetzgebung. Die beiden Männer waren nach der Tat im Bezirk Woolwich von der Polizei angeschossen und danach in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Der zweite Hauptverdächtige liegt weiter mit Schussverletzungen im Krankenhaus. Der Mann hatte nach der Tat mit blutigen Händen vor laufenden Videokameras posiert und islamistische Parolen gerufen. Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 3. Juni gelegt.

Bei den Hauptverdächtigen handelt es sich um junge Männer nigerianischer Abstammung, die als Christen erzogen wurden und als Jugendliche zum Islam konvertierten. Adebolajo soll auch Kontakt zu Hasspredigern gehabt haben. Der Mord auf offener Straße sorgte für Entsetzen, auch weil Passanten nach der Tat die mutmaßlichen Täter filmten.

heb/dpa/AP/AFP

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