Opferzahl könnte noch steigen Mehrere Tote bei Anschlag auf Hotel in Somalia

Die Terrormiliz al-Schabab kontrolliert weite Teile Somalias und verübt immer wieder Anschläge. Nun griff sie ein Hotel in der Hafenstadt Kismayo an.
Somalischer Soldat (Archivfoto)

Somalischer Soldat (Archivfoto)

Foto: AFP/ Mohamed ABDIWAHAB

In Somalia hat es einen Selbstmordanschlag auf ein Hotel in der Hafenstadt Kismayo gegeben. Anschließend seien bewaffnete Angreifer in das Gebäude gestürmt, sagte ein hochrangiger Polizeioffizier.Nach Angaben des Präsidenten der teilautonomen Region Jubaland sind bei dem Anschlag mindestens 26 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch zwei US-Bürger, ein Brite, eine Kanadierin, drei Tansanier und drei Kenianer. Die Zahl der Opfer könne weiter steigen.

"Die Sicherheitskräfte haben jetzt die Kontrolle, der letzte Terrorist ist erschossen worden", sagte Mohamed Abdiweli von den örtlichen Sicherheitsbehörden nach fast zwölfstündiger Belagerung des Hotels Medina im Zentrum der rund 500 Kilometer südwestlich von Mogadischu gelegenen Stadt. Die Behörden gingen demnach von vier Angreifern aus. Zunächst hatten die Behörden den Tod von sieben Menschen, dann von zwölf Menschen bekanntgegeben.

Der Angriff begann am späten Freitagnachmittag, als ein mit Sprengstoff beladenes Auto in den Eingangsbereich des Hotels krachte und explodierte. Im Anschluss verschafften sich mehrere schwer bewaffnete Männer Zugang zu dem Hotel und lieferten sich mit den dortigen Sicherheitskräften ein stundenlanges Feuergefecht. Augenzeugen berichteten von einer "sehr großen" Explosion und von "Chaos" im Inneren des Hotels.

Unter den Getöteten sei eine bekannte Aktivistin, Hodan Nalayeh, sowie ihr Ehemann, sagte ein Politiker, der den Anschlag überlebte. Nalayeh, eine in Somalia geborene kanadische Staatsbürgerin, war zudem eine bekannte TV-Produzentin und Journalistin. Sie war aus Kanadain ihr Heimatland Somalia zurückgekehrt.

Die islamische Terrorgruppe al-Schabab reklamierte die Tat über den Radiosender Al-Andalus für sich und sagte, die Kämpfer seien nach wie vor im Hotel. Der Uno-Chef in Somalia, James Swan, verurteile die Tat auf das Schärfste und zeige sich solidarisch mit den Bewohnern von Kismayo, hieß es in einem Tweet der Uno-Mission.

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Al-Shabab kontrolliert weite Gebiete im Süden und Zentrum Somalias und verübt immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte und Zivilisten. Die mit Al-Kaida verbundenen sunnitischen Fundamentalisten kämpfen in dem verarmten Land am Horn von Afrika um die Vorherrschaft. Die US-Streitkräfte und eine Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützen die Regierung im Kampf gegen die Gruppe.

tin/hej/dpa/AFP