Somalia Islamistenkommando tötet Hotelgäste in Mogadischu

Mehr als 60 Tote und Verletzte, Feuergefechte in der Nacht: Die islamistische Shabab-Miliz hat ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu attackiert. Die Belagerung dauerte bis zum Morgen an.

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Mindestens 16 Tote und 55 Verletzte hat das schwere Attentat auf ein Hotel im Zentrum der somalischen Hauptstadt Mogadischu bislang gefordert. Die vorläufige Zahl der Opfer gab die Stadtverwaltung an.

Zunächst hatte sich ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe in die Luft gesprengt, die Fassade des Hotels Ambassador wurde dabei weitgehend zerstört. Anschließend stürmten Bewaffnete in das Gebäude und eröffneten das Feuer. Zu dem Angriff bekannte sich die islamistische Schabab-Miliz. Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud verurteilte den Anschlag.

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Somalia: Autobombe zerstört Hotel in Mogadischu

Am Donnerstagvormittag meldete die somalische Nachrichtenagentur Sonna, alle Angreifer seien getötet worden, eine genaue Zahl nannte sie nicht. Nach vorläufigen Polizeiangaben sind demnach mehr als 20 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden. Wie der britische Sender BBC unter Berufung auf Sonna berichtet, sollen zwei somalische Parlamentsabgeordnete unter den Toten sein.

Die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP hatten noch am Donnerstagmorgen von Schüsse im Gebäude berichtet. Mogadischus Bürgermeister Nur Mohammed sagte, zunächst hatten die Sicherheitskräfte nur die unteren vier Stockwerke der Hotelruine unter Kontrolle gehabt.

Die Schabab-Miliz kämpft in dem zerrütteten Land für einen islamischen Staat. Die Dschihadisten verübten in den vergangenen Jahren auch in Kenia und Uganda mehrere blutige Anschläge. In Somalia wurde sie durch die Regierungstruppen und die 22.000 Soldaten der Afrikanischen Union aus Mogadischu und den anderen wichtigsten Städten vertrieben, kontrolliert aber noch immer einige ländliche Regionen und dringt bei Angriffen immer wieder bis ins Zentrum der Hauptstadt vor.

cht/AFP/Reuters



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