Somalia Bundeswehr empfiehlt 500 Kriegsschiffe für Anti-Piraten-Kampf

Mit aller Macht gegen die Freibeuter: Die Bundeswehr geht einem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass im Kampf gegen die Piraten vor Somalia eine gigantische Armada von Kriegsschiffen nötig ist. Die Deutschen halten 500 Schiffe für angemessen - derzeit sind es nur 15.

Berlin - Die paar Schiffe reichen nicht: Die Bundeswehr hält laut einem Zeitungsbericht im Kampf gegen die Piraten vor Somalia eine Flotte von 500 Kriegsschiffen für nötig. Nur so könnten weitere Überfälle am Horn von Afrika effektiv unterbunden werden, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Derzeit kämen die tatsächlich in dem Gebiet operierenden internationalen Seestreitkräfte nur auf einen winzigen Bruchteil dieser Stärke.

Deutscher Marinesoldat: Mit 500 Schiffen gegen die Piraten?

Deutscher Marinesoldat: Mit 500 Schiffen gegen die Piraten?

Foto: DDP

Nach Angaben des US-Militärkommandos in Bahrain sei die "Combined Task Force 150" der Nato-Staaten und verbündeter Nationen wie Saudi-Arabien, Pakistan und Japan im Durchschnitt lediglich mit bis zu 15 Kriegsschiffen im Golf von Aden und vor der Küste Somalias vertreten, berichtet die Zeitung. Hinzu kämen gegenwärtig noch ein russisches Schiff, eines aus Indien und eines unter der Flagge Malaysias. Die EU will bis zu sieben entsenden.

Angesichts dieser Lage unterstützen Politiker der Großen Koalition Pläne der Regierung, die Piratenjagd mit bis zu 1400 Soldaten zu verstärken. "Das Mandat sollte nicht auf Kante genäht sein", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, der "Berliner Zeitung". Es sei gut, bewaffnete Soldaten als Sicherungskommandos zur Abschreckung von Piraten auf Handelsschiffen einzusetzen: "Ich will nicht, dass deutsche Reeder bewaffnetes privates Sicherheitspersonal einkaufen." Das sei eine Sache des staatlichen Gewaltmonopols.

Auch der Unions-Verteidigungsexperte Bernd Siebert hält eine Truppe von bis zu 1400 Soldaten für nötig. Der CDU-Politiker sprach sich ebenfalls für deutsche Soldaten auf Handelsschiffen aus. "Das ist sinnvoll, da werden auch die Reeder mitmachen."

Die EU will die Mission "Atalanta" am 8. Dezember starten, hat laut Verteidigungsministerium aber noch keinen Operationsplan vorgelegt. Das Bundeskabinett entscheidet Anfang Dezember über die Beteiligung der Bundeswehr an dem Anti-Piraten-Einsatz. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen. Theoretisch könnte der Bundestag das Mandat in der Woche vor Weihnachten beschließen.

Momentan sind in den Gewässern zwei deutsche Fregatten unterwegs. Sie hatten in den vergangenen Tagen Handelsschiffen bereits Nothilfe bei der Abwehr von Piraten geleistet. Derzeit befinden sich 17 Schiffe und mehr als 250 Seefahrer in der Gewalt somalischer Piraten. Unter den gekaperten Schiffen sind der Supertanker "Sirius Star" und die mit mehr als 30 Kampfpanzern beladene ukrainische "MS Faina".

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