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Anschlag in Mogadischu Zahl der Toten steigt auf über 90

Nach der Explosion einer Autobombe in Mogadischu zählen Einsatzkräfte fast hundert Tote. Noch ist unklar, wer für den Anschlag verantwortlich ist.

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bei einer Explosion an einer Kontrollstelle Augenzeugen zufolge viele Menschen getötet worden. "Wir haben mittlerweile fast hundert Menschen, die bei dieser schrecklichen Attacke getötet wurden", sagte Polizeioffizier Ahmed Bashane. Nach Angaben des städtischen Medina-Hospitals wurden allein bis zum Mittag 73 Tote und Dutzende Verwundete eingeliefert.

Mogadischus Bürgermeister Omar Mohamed Filish hatte bereits kurz nach der Explosion von 90 Verletzten gesprochen, darunter auch viele Studenten. Unter den Toten sind nach Polizeiquellen auch fünf Polizisten sowie drei türkische Staatsbürger. Bei ihnen handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Straßenbauingenieure.

Augenzeugen sprachen von einem Bild der Verwüstung, nachdem ein offenbar mit Sprengstoff beladener Lastwagen an einem Kontrollpunkt in einem belebten Stadtviertel während des morgendlichen Berufsverkehrs in die Luft geflogen war.

"Die Gegend war voller Menschen, die zur Schule oder zum Einkaufen in die Stadt fuhren, als sich der schreckliche Anschlag ereignete", sagte Regierungssprecher Mukhtar Omar. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden durch die Explosion auch zwei Minibusse mit Schulkindern an Bord schwer beschädigt.

Augenzeugen berichteten von aufgerissenen Karosserien und zerfetzten Fahrzeugen. Verzweifelt versuchten einige der Helfer, Verwundete auf Eselskarren oder Fahrrädern in die nächstgelegenen Krankenhäuser zu bringen. Durch die Wucht der Detonation wurden auch zahlreiche Gebäude beschädigt. Noch Stunden später suchten Anwohner dort nach Opfern.

Obwohl es zunächst keine Bekennerschreiben gab, wird hinter dem Anschlag die terroristische Schabab-Miliz vermutet. Die Terrorgruppe kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen große Gebiete im Süden und Zentrum des ostafrikanischen Landes und verüben immer wieder Anschläge, zuletzt bevorzugt auf Hotels, öffentliche Gebäude oder Plätze und auch auf Regierungseinrichtungen. Sie sind auch jenseits der Grenzen Somalias aktiv.

Die US-Streitkräfte unterstützen die Regierung im Kampf gegen die Gruppe mit Luftangriffen und bilden Soldaten aus. Zudem leistet eine Truppe der Afrikanischen Union (AU) Unterstützung.

hej/dpa