Somalia Uno-Mitarbeiter sterben bei islamistischer Terrorattacke

Bei einem Anschlag in Somalia sind mehrere Uno-Mitarbeiter ums Leben gekommen - darunter auch Angestellte des Kinderhilfswerks Unicef. Zu der Tat bekannte sich die islamistische Schabab-Miliz.


Die islamistische Schabab-Miliz hat erneut ein schweres Attentat in Somalia verübt. Bei dem Bombenanschlag auf einen Kleinbus mit Mitarbeitern der Vereinten Nationen sind am Montag offiziellen Angaben zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Die Islamistenmiliz übernahm kurz nach der Tat die Verantwortung.

Bei den Opfern handele es sich um zwei Kenianer und sieben somalische Wachleute, teilte die Polizei mit. Der Sprengsatz sei auf dem Uno-Gelände im nordöstlichen Garowe in der Region Puntland detoniert. Laut Uno sind unter den Getöteten auch vier Mitarbeiter des Kinderhilfswerks. Vier weitere seien lebensgefährlich verletzt worden.

Al-Schabab hat Verbindungen zur Extremistengruppe al-Qaida und sorgt seit Jahren mit Anschlägen für Angst und Schrecken in Somalia. Auch die Uno, die die Regierung in Mogadischu beim Wiederaufbau nach dem Krieg unterstützt, geriet immer wieder ins Visier der Extremisten.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Schabab-Miliz beherrschte jahrelang weite Teile im Zentrum und Süden des Landes. Sie konnte inzwischen aus Mogadischu und den meisten anderen größeren Städten zurückgedrängt werden. Die Gruppe verübt aber weiter regelmäßig Anschläge. Am Samstag hatten Kämpfer einen Abgeordneten aus Puntland getötet, am Sonntag töteten sie im Süden des Landes drei Amisom-Soldaten.

Anfang des Monats hatten die Kämpfer im benachbarten Kenia ein Massaker an der Universität Garissa angerichtet. Dabei wurden 148 Menschen getötet, darunter die vier Angreifer.

ler/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.