Somalia Menge steinigt Frau wegen Ehebruchs

Im Süden Somalias hat eine Menge von mehr als hundert Menschen eine Frau zu Tode gesteinigt. Ein Gericht der radikal-islamischen Shabaab-Miliz hatte die Verheirateten wegen Ehebruchs verurteilt. Ihr Liebhaber, ein lediger Mann, wurde mit Peitschenhieben bestraft.


Mogadischu - Eine 29 Jahre alte Frau ist im Süden Somalias vor mehr als hundert Zuschauern zu Tode gesteinigt worden. Ein Gericht der radikal-islamischen Shabaab-Miliz hatte die verheiratete Frau wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt. Ihr lediger Liebhaber muss für die Beziehung mit 100 Peitschenhieben büßen. Augenzeugen berichteten, die Frau wurde auf einem Platz bis zur Hüfte eingegraben und dann gesteinigt.

Die Shabaab-Miliz, die weite Teile Somalias kontrolliert und von den USA als Terrororganisation mit Verbindungen zu al-Qaida eingestuft wird, hatte erst vor wenigen Wochen ein Paar wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt, bei der schwangeren Frau das Urteil jedoch bis zur Geburt des Kindes ausgesetzt.

Im vergangenen Jahr hatte die Steinigung eines 15 Jahre alten Mädchens als Ehebrecherin in der von al-Shabaab kontrollierten Hafenstadt Kismayo international für Empörung gesorgt. Wie sich später herausstellte, war die junge Frau vergewaltigt worden.

Nach der Auslegung des islamischen Rechts durch al-Shabaab können selbst geschiedene Frauen wegen Ehebruchs angeklagt und zum Tode verurteilt werden, wenn sie nach der Trennung eine neue Beziehung eingehen.

ffr/dpa



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