Somalia US-Armee meldet Tod von Anführer der Schabab-Miliz

Die US-Armee hat in Somalia nach eigenen Angaben ein ranghohes Mitglied der Schabab-Miliz getötet. Tahlil Abdi Shakur, ein Anführer der islamistischen Gruppe, ist demnach bei einem Luftangriff ums Leben gekommen.

Kämpfer der Schabab-Miliz (Archiv): Angriff auf Tahlil Abdi Shakur
AP

Kämpfer der Schabab-Miliz (Archiv): Angriff auf Tahlil Abdi Shakur


Washington - Im Herbst ist dem US-Militär ein wichtiger Schlag gegen die islamistische Schabab-Miliz in Somalia gelungen: Bei einem Luftangriff der Streitkräfte kam einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, Ahmed Abdi Godane, ums Leben. Jetzt bestätigte das Pentagon, einen weiteren Anführer der Gruppe getötet zu haben - Tahlil Abdi Shakur, der für mehrere Angriffe der Schabab-Miliz verantwortlich gewesen sei.

Tahlil Abdi Shakur sei am 29. Dezember durch das Feuer einer US-Drohne auf sein Fahrzeug ums Leben gekommen, teilte Pentagon-Sprecher James Brindle am Mittwoch mit. Er nannte keine Einzelheiten. Zuvor hatten bereits somalische Quellen den Tod bekannt gegeben.

Am Dienstag hatten die USA lediglich mitgeteilt, dass in Somalia in der Nähe von Saakow im Süden des Landes ein Luftangriff gegen einen Anführer der Schabab-Miliz geflogen worden sei. Zivilisten oder Unbeteiligte seien bei dem Angriff nicht getötet worden, sagte ein Pentagon-Sprecher.

Die somalische Regierung hatte erst am Samstag einen Erfolg im Kampf gegen die Schabab-Miliz verkündet: Einer ihrer wichtigsten Anführer, Sakarija Ismail Ahmed Hersi, hatte sich in der Grenzregion zu Kenia und Äthiopien den Behörden gestellt. Er galt als eine Art "Geheimdienstchef" der Gruppe, die USA hatten auf ihn ein Kopfgeld von drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) ausgesetzt. Hinter dem Schritt werden blutig ausgetragene Machtkämpfe innerhalb der Terrormiliz vermutet.

Die Schabab-Miliz ist mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündet. Sie will ihre eigene, strikte Auslegung des islamischen Rechts in Somalia durchsetzen. Sie kontrollierte über Jahre weite Gebiete im Süden und Zentrum des Landes, wurde inzwischen jedoch aus Mogadischu und anderen Städten zurückgedrängt. Die Islamisten beherrschen aber immer noch einige Gebiete und verüben immer wieder schwere Anschläge in Somalia und im benachbarten Kenia.

cst/dpa



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gerhard38 31.12.2014
1.
Dieser "grosse Erfolg", auf den das US-Militär zweifelsfrei sehr stolz ist, wird wahrscheinlich der Anlass sein, dass sich wieder mehrere Leute den Terroristen anschliessen und Amerika hassen. Für die US-Rüstungsindustrie bedeutet das weitere Aufträge für Drohnen. Von langwieriger Diplomatie hält man im Weissen Haus offenbar nicht viel.
blob123y 01.01.2015
2. Gut so
weiter so!
KurtT. 01.01.2015
3. Schlangenköpfe ...
Zitat von gerhard38Dieser "grosse Erfolg", auf den das US-Militär zweifelsfrei sehr stolz ist, wird wahrscheinlich der Anlass sein, dass sich wieder mehrere Leute den Terroristen anschliessen und Amerika hassen. Für die US-Rüstungsindustrie bedeutet das weitere Aufträge für Drohnen. Von langwieriger Diplomatie hält man im Weissen Haus offenbar nicht viel.
... wohl - wie im Artikel erwähnt - nur Nachfolger-Kämpfe zur Folge haben; die "Diadochen" warteten vermutlich schon. Die Strategie, mit Drohnen die "Schlangen-Köpfe abzuschlagen", war auch schon in der Geschichte immer nur für kurze Zeit "erfolgreich", denn diese wachsen erfahrungsgemäß nach. Und es ist eine "Binsenwahrheit": Wirklich nachhaltig kann ein "Erfolg" nur sein, wenn man "die Wurzeln des Übels" beseitigt, die Gründe dafür, warum etwas so ist wie es ist ...
taglöhner 01.01.2015
4. Seifenblasen
Zitat von KurtT.... wohl - wie im Artikel erwähnt - nur Nachfolger-Kämpfe zur Folge haben; die "Diadochen" warteten vermutlich schon. Die Strategie, mit Drohnen die "Schlangen-Köpfe abzuschlagen", war auch schon in der Geschichte immer nur für kurze Zeit "erfolgreich", denn diese wachsen erfahrungsgemäß nach. Und es ist eine "Binsenwahrheit": Wirklich nachhaltig kann ein "Erfolg" nur sein, wenn man "die Wurzeln des Übels" beseitigt, die Gründe dafür, warum etwas so ist wie es ist ...
Solche Sprüche sind nichts als Semantik, keine Erfahrungen wie Sie glauben machen wollen. Die Welt ist komplexer.
KurtT. 02.01.2015
5.
Zitat von taglöhnerSolche Sprüche sind nichts als Semantik, keine Erfahrungen wie Sie glauben machen wollen. Die Welt ist komplexer.
Es gibt – nicht erst seit "alten Griechen" bzw. deren Mythen - viele, auch historisch belegbare Beispiele, dass "Anführer" getötet wurden > die sie nicht geworden wären, hätten sie keine, fast immer korrumpierbaren "Anhänger" gehabt, die zumindest ähnlich dachten, deren Interessen und Ziele mit den ihren meistens identisch waren, weil sie ihnen Vorteile brachten. Und schon mancher "Führer" wurde vom "Feind" (hier wahrscheinlich von US-Drohnen) - oder von seinen eigenen Leuten getötet, wenn er erfolglos war oder/und andere dessen Machtposition haben wollten: Und dann gab und gibt es eben die so genannten Diadochen- bzw. Nachfolgerkämpfe; man ist darum erst mal mit sich selber beschäftigt, nicht mit einem "Feind von außen" - der aber so bestenfalls nur "Zeit gewinnt", ohne Nachhaltigkeit, wie eben beim "Drohnen-Krieg" der Amis bzw. "des Westens" > informieren Sie sich doch z.B. mal über jene innerkirchlichen "Kriege", die in der Geschichte um die Nachfolge von Päpsten geführt wurden; da war jedes Mittel recht, bis hin zur Ermordung eines Konkurrenten mithilfe von Gift! Ein Grund übrigens, warum das (Macht-)Wissen über Drogen (Schierlingskraut, Opium, ...) geheim gehalten wurde ...* * Ich kann demnach überhaupt nicht nachvollziehen, warum Sie meinen obigen Beitrag als bloße "Semantik" bewerten. Und dass "die Welt" bzw. deren Fakten sehr komplex sind und durchaus verschieden zueinander gewichtet werden können, braucht mir niemand mehr zu sagen; da denke ich "dialektisch", also sinngem. "ganzheitlich" genug, in größeren Zusammenhängen sozusagen ... PS: Als diesbez. interessante Lektüre empfehle ich Ihnen z.B. "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar" von Bertolt Brecht ...
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