Somalia Selbstmordanschlag fordert mindestens 16 Todesopfer

Bei einem Selbstmordanschlag in Somalia sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Der Attentäter sprengte sich in einem Restaurant in die Luft, das bei Soldaten der einheimischen Truppen beliebt war. Die islamistische Schabab-Miliz hat sich bereits zur Tat bekannt.


Beledweyne - Ein Selbstmordattentäter hat in Somalia mindestens 15 Menschen mit in den Tod gerissen. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei dem Anschlag in einem Restaurant in der Stadt Beledweyne im Zentrum des Landes verletzt. Die islamistische Schabab-Miliz bekannte sich bereits zu der Tat, sie sprach von 25 Todesopfern.

Der Attentäter habe seinen Sprengsatz in einem Restaurant gezündet, das häufig von Soldaten der einheimischen Truppen und der verbündeten Streitkräfte aus dem Nachbarland Äthiopien besucht worden sei, teilten die Behörden am Samstag mit. Mindestens zwei der Toten waren somalische Soldaten, unter den Opfern sollen sich aber auch viele Zivilisten befinden. Beledweyne liegt rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Mogadischu.

In der Region kämpfen somalische Truppen mit ausländischer Unterstützung gegen die Islamisten-Miliz, die ländliche Gebiete in Zentral- und Südsomalia kontrolliert. "Dieser feige Anschlag verfolgt das Ziel, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Menschen in der Stadt zu stoppen", verurteilte der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud die Tat in einem Statement.

Ein Schabab-Mitglied bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass seine Gruppe hinter dem Anschlag stecke. "Viele Feinde und ihre Marionetten in dieser Gegend" seien getötet worden. Die Schabab-Miliz hatte sich auch zu dem Überfall auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi bekannt, bei dem im September mindestens 67 Menschen getötet wurden. Kenia hat Truppen in Südsomalia stationiert.

Somalia leidet seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 unter einem blutigen Bürgerkrieg, es existiert keine funktionierende Staatsgewalt für das gesamte Land. Beledweyne befindet sich unter der Kontrolle der zentralen Regierung. Die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündete Schabab-Miliz hingegen kontrolliert weite Teile im Zentrum und Süden Somalias und verübt immer wieder Anschläge auf die Behörden und Sicherheitskräfte.

irb/AFP/dpa/Reuters

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