Somalia Tote bei Anschlag und Geiselnahme in Mogadischu

Erst explodierte eine Autobombe, dann nahmen Bewaffnete mindestens 20 Geiseln in einem Restaurant. Mindestens zwölf Menschen starben. Zu der Attacke in der somalische Hauptstadt bekannte sich die Schabab-Miliz.

Bewaffnete Sicherheitskräfte und ein Rettungswagen vor dem attackierten Hotel in Mogadischu
REUTERS

Bewaffnete Sicherheitskräfte und ein Rettungswagen vor dem attackierten Hotel in Mogadischu


Bei einem Selbstmordanschlag auf zwei beliebte Restaurants in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind nach Polizeiangaben mindestens zwölf Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Ein Angreifer sei mit einem mit Sprengstoff beladenem Auto in den Eingangsbereich eines Restaurants gerast, das auch als Hotel genutzt werden, sagte ein Polizist.

Anschließend seien Bewaffnete in Militäruniformen in das Restaurant sowie eine nahegelegene Pizzeria gestürmt. Laut einem Zeugen, den die Nachrichtenagentur AP zitiert, zwangen sie fliehende Menschen, mit in die Restaurant zu kommen. Mindestens 20 Menschen sollen als Geiseln genommen worden. "Wir wissen nicht, wie viele von ihnen tot sind oder noch leben", sagte ein Polizist. Es sei jedoch sehr schwer, sie zu befreien, da die Verdächtigen den Strom abgestellt hätten.

Zehn Geiseln sollen gerettet worden sein. Zwei Angreifer seien dabei getötet worden, mindestens fünf sollten sich noch in dem Restaurant befinden.

Die islamistische Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag. Allerdings nannten sie laut Polizei als Anschlagsziel das benachbarte Hotelrestaurant, das durch die Autobombe in Mitleidenschaft gezogen wurde, nicht die Pizzeria, in der die Geiselnahme stattfand.

Die Terrororganisation al-Schabab kämpft um die Vorherrschaft in dem von Bürgerkrieg und Dürrekatastrophen zerrütteten afrikanischen Küstenstaat. Ihre Kämpfer wollen einen sogenannten Gottesstaat errichten. Trotz einer zum Großteil von der EU finanzierten und rund 20.000 Mann starken Friedenstruppe der Afrikanischen Union sind Frieden und Stabilität nicht in Sicht.

sun/Reuters/AP



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