Somalia Uno-Generalsekretär Ban fordert schwer bewaffnete Eingreiftruppe

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon reagiert auf die heftigen Kämpfe in Somalia. Den Einsatz einer Uno-Friedenstruppe lehnt er ab. Dafür fordert er die Entsendung einer schwer bewaffneten internationalen Eingreiftruppe.


New York - Ban Ki Moon schlug dem Uno-Sicherheitsrat die Entsendung einer schwer bewaffneten internationalen Eingreiftruppe vor. Der Sicherheitsrat hatte die Vereinten Nationen im August mit der Planung eines Friedenseinsatzes beauftragt, um die überforderten Soldaten der Afrikanischen Union (AU) abzulösen.

Wütende Demonstranten ziehen durch die Straßen Mogadischus: "Wir wollen keine äthiopischen Truppen in unserem Land"
AP

Wütende Demonstranten ziehen durch die Straßen Mogadischus: "Wir wollen keine äthiopischen Truppen in unserem Land"

In Anbetracht der komplexen Sicherheitslage und der politischen Situation des Landes, könne ein Uno-Friedenseinsatz nicht als "realistische oder gangbare Möglichkeit" betrachtet werden, beschied Ban dem Sicherheitsrat. Daher plädiere er entweder für eine militärisch robuste internationale Truppe oder eine Koalition der Willigen, erklärte Ban in einem Bericht an das Uno-Gremium.

Somalia ist seit dem Sturz von Machthaber Mohammed Siad Barre im Jahr 1991 ohne funktionierende Zentralregierung. Ein großangelegter Uno-Einsatz unter Führung der US-Streitkräfte scheiterte in den neunziger Jahren. Das Land versank wieder in Anarchie.

Nachdem islamische Fundamentalisten vor einer Machtübernahme standen, griffen äthiopische Truppen im vergangenen Jahr ein, um die Regierung zu stützen. In den vergangenen Wochen gab es heftige Gefechte, Tausende flohen aus der Hauptstadt Mogadischu. 1800 ugandische Soldaten sind im Auftrag der AU vor Ort, sie sind jedoch mit der Lage überfordert.

asc/AP



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