Somalia Zwei Schabab-Kommandeure sterben bei US-Luftangriff

Es ist ein Schlag gegen somalische Islamisten: Bei einem mutmaßlichen Angriff der US-Streitkräfte sollen zwei Top-Kommandeure der Schabab-Miliz getötet worden sein. Washington hat im Anti-Terror-Kampf inzwischen verstärkt auch Ostafrika im Blick.

Schabab-Kämpfer in Somalia (Archivbild): Angriff auf Kommandeure
AFP

Schabab-Kämpfer in Somalia (Archivbild): Angriff auf Kommandeure


Washington/Mogadischu - Bei einem Luftangriff der US-Streitkräfte sind in Somalia nach Angaben der "New York Times" zwei hochrangige Kommandeure der islamistischen Schabab-Miliz getötet worden. Bewohner der Stadt Jilib berichteten von einer "gewaltigen Explosion", als ein US-Flugkörper das Auto der Top-Islamisten traf. Die Kommandeure sollen sich auf dem Weg nach Baraawe befunden haben, einer der Hochburgen der Milizionäre. Einer der Getöteten soll demnach ein seit längerem gesuchter Bombenbauer sein.

Mit Sorge registriert man in Washington seit einiger Zeit die wachsende Schlagkraft der Schabab-Miliz. Bislang hatte sich die US-Administration allerdings darauf beschränkt, afrikanische Truppen in ihrem Kampf gegen die Miliz zu unterstützen. Der Luftangriff ist ein Indiz dafür, dass die USA ihre Drohnenangriffe gegen Extremisten, wie zuletzt in Pakistan und dem Jemen, nun auch in Somalia verstärken.

Somalia leidet seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 unter einem blutigen Bürgerkrieg, es existiert keine funktionierende Staatsgewalt für das gesamte Land. Die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündete Schabab-Miliz kontrolliert weite Teile im Zentrum und Süden Somalias und verübt immer wieder Anschläge auf die Behörden und Sicherheitskräfte.

Erst kürzlich hatte ein Selbstmordattentäter in Somalia mindestens 15 Menschen mit in den Tod gerissen. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei dem Anschlag in einem Restaurant in der Stadt Beledweyne im Zentrum des Landes verletzt. Im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit steht die Schabab-Miliz seit dem blutigen Angriff auf ein Einkaufszentrum im kenianischen Nairobi im September.

vme/dpa/Reuters

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