Somalia Viele Tote bei Angriff auf Präsidentenpalast

Neue Gewalt in Mogadischu: Der Palast des somalischen Präsidenten wurde mit Granaten beschossen, Unbekannte griffen einen Konvoi der äthiopischen Armee an, das Auto des stellvertretenden Bürgermeisters ging in Flammen auf. Nach Augenzeugenberichten starben mindestens 18 Menschen.


Mogadischu - Kurz nach seiner Ankunft in der Hauptstadt geriet der somalische Präsident Abdullahi Yusuf unter Granatenbeschuss. Sechs Mörsergranaten seien heute auf den Präsidentenpalast abgefeuert worden, sagte ein Augenzeuge. Zwei Geschosse seien innerhalb, vier außerhalb des Komplexes eingeschlagen.

Bei den Angriffen unbekannter Aufständischer auf die "Villa Somalia" seien mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, berichteten Augenzeugen übereinstimmend. Acht Mitglieder einer Familie seien gestorben, als ihr nahe am Präsidentenpalast gelegenes Haus von einer Granate getroffen wurde. Bei Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und den Angreifern seien zudem mindestens fünf Menschen durch Querschläger getötet worden.

Präsident Abdullahi Yusuf blieb bei dem Angriff nach Angaben eines Sicherheitsbeamten unverletzt. Auch sonst sei niemand in dem Präsidentenpalast verletzt worden. Yusuf war erst kurz vor dem Angriff aus Baidoa, dem Sitz der Übergangsregierung, in Mogadischu eingetroffen.

Weitere Menschen starben bei einem Angriff Unbekannter auf einen Konvoi der äthiopischen Armee. Bei einem Schusswechsel seien zwei Menschen von Querschlägern getötet worden, sagte ein Nachbar. Einem anderen Augenzeugen zufolge gab es neun Verletzte, darunter auch äthiopische Soldaten. Die äthiopische Armee hatte der somalischen Übergangsregierung im Dezember und Januar dabei geholfen, die in weiten Teilen des Landes herrschenden islamistischen Milizen zu vertreiben.

Bei einem Bombenanschlag auf den Wagen des stellvertretenden Bürgermeisters von Mogadischu, wurde das Vize-Stadtoberhaupt Augenzeugen zufolge verletzt, drei hohe Beamte starben den Angaben zufolge. Islamisten hatten zuvor Flugblätter verteilt, auf denen sie den kommunalen Politiker bedrohten.

anr/AP/AFP



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