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Autobombe Dutzende Tote bei Explosion an Kontrollstelle in Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bei der Explosion einer Autobombe viele Menschen getötet worden. Noch ist unklar, wer für die Detonation an einem belebten Kontrollpunkt verantwortlich ist.

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bei einer Explosion an einer Kontrollstelle Augenzeugen zufolge viele Menschen getötet worden. Über die genaue Zahl der Opfer kursieren zur Zeit noch unterschiedliche Angaben.

Der Leiter eines Krankenwagendienstes sagt der Nachrichtenagentur AP zufolge, dass Dutzende Menschen umgekommen seien: "Bisher haben wir 61 Tote befördert und 51 Verletzte. Aber es kommen immer neue Opfer dazu, die Zahl der Toten wird noch weiter steigen." Der Leiter des Medina-Hospitals spricht gegenüber der Nachrichtenagentur dpa von 73 Todesopfern.

Rettungskräfte bringen in Mogadischu einen Verletzten in Sicherheit

Rettungskräfte bringen in Mogadischu einen Verletzten in Sicherheit

Foto: SAID YUSUF WARSAME/EPA-EFE/REX

Unter den Opfern des schweren Autobombenanschlags sind laut Polizeiangaben auch drei türkische Staatsbürger. Sie befanden sich mit ihrem Leibwächter in ihrem Geländewagen, als ein Lastwagen an einem Kontrollposten in die Luft flog. Nach vorläufigen Angaben handelt es sich bei den Türken um Ingenieure, die an der Renovierung der Straßenverbindung zwischen Mogadischu und dem Ort Afgoye beteiligt waren.

Wer für die Detonation an dem belebten Kontrollpunkt verantwortlich ist, war zunächst nicht klar. Die radikal-islamische al-Schabab-Miliz hat wiederholt Sprengstoffanschläge verübt. Sie bekämpft die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung Somalias und will in dem ostafrikanischen Land ein islamistisches Regime errichten.

  • Zuletzt hatte die Terrororganisation Anfang Dezember ein Hotel in Mogadischu angegriffen; bei mehrstündigen Feuergefechten mit den Sicherheitskräften waren mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Augenzeugen berichteten, die Angreifer seien in Polizeiuniformen gekleidet gewesen. So konnten sie sich dem bei somalischen Regierungsmitgliedern und Militärs beliebten Hotel nähern, ohne Verdacht zu erregen.
  • Im Juli hat die Miliz einen schweren Sprengstoffanschlag in Mogadischu verübt, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen. Ziel der Attacke soll der Uno-Sondergesandte James Swan in Somalia gewesen sein. Verletzt wurde bei dem Angriff auch der Bürgermeister von Mogadischu, Abdirahman Osman.

Somalia, das am Horn von Afrika liegt, leidet seit Jahren unter Unruhen und Unsicherheit. 1991 stürzten Milizen gemeinsam Diktator Siad Barre, kämpften dann aber gegeneinander.

oka/AP/dpa/Reuters