Somalia Waffen für Warlords

Der Ausbruch eines offenen Krieges in Somalia steht bald bevor, glauben Beobachter. Aus dem Nachbarland Äthiopien wurden eine Reihe von Warlords, die gegen die somalische Übergangsregierung kämpfen, jüngst mit frischen Waffen versorgt.


Somalia/ Miliz CENTER/KLEIN
EPA/DPA

Somalia/ Miliz CENTER/KLEIN

A

usgerechnet Äthiopien, das am vergangenen Montag zum Sitz für ein von der GTZ und der Hilfsorganisation USAID finanziertes Konflikt-Frühwarnsystem am Horn von Afrika erklärt wurde, schürt derzeit die Spannungen im benachbarten Somalia.

Mit zehn Lastwagenladungen voller schwerer Waffen und Munition, darunter Granatwerfer, Minen und Flugabwehrgeschütze, rüstete Äthiopien eine Reihe somalischer Kriegsherren auf, die seit zwei Jahren bewaffneten Widerstand leisten gegen eine von Vertretern der Hauptclans Somalias ernannte Übergangsregierung. Diese hat seither über 18 000 Milizen entwaffnet, aber nicht einmal die gesamte Hauptstadt Mogadischu unter ihre Kontrolle gebracht. Dennoch hatte eine clanübergreifende Gruppe von Geschäftsleuten erst Ende April die Hoffnung geäußert, in Kürze den seit 1990 stillliegenden staatlichen Flug- sowie den Seehafen Mogadischus wiedereröffnen zu können.

Die Schützenhilfe Äthiopiens dürfte die Hoffnungen auf einen Wiederaufbau des seit dem Sturz des Diktators Siad Barre vor 21 Jahren in Anarchie versinkenden Landes zunichte machen. Über 30 Menschen starben bereits in den vergangenen drei Wochen bei Gefechten zwischen Milizen der Warlords und Einsatztruppen der Übergangsregierung. Der Ausbruch offener Kampfhandlungen, glauben Beobachter, sei nur noch eine Frage der Zeit.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.