Sony-Hack und Terrordrohungen USA bitten China um Hilfe gegen Cyberattacken aus Nordkorea

Nach dem Hackerangriff auf Sony Pictures hat sich Washington mit der Bitte um "Kooperation" an Peking gewandt. Nordkorea hatte zwar erneut bestritten, hinter der Attacke zu stehen - doch daran glauben die USA nicht.
Barack Obama: Die USA suchen sich Hilfe in China

Barack Obama: Die USA suchen sich Hilfe in China

Foto: Carolyn Kaster/ AP/dpa

Nach der Hackerattacke auf den Filmkonzern Sony bitten die USA China bei der Abwehr von Cyberangriffen aus Nordkorea um Hilfe. Peking sei um "Kooperation" gebeten worden, sagte ein ranghoher Vertreter der US-Regierung der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. In den Gesprächen sei es zudem um "Informationsaustausch" gegangen. Washington habe seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht.

US-Präsident Barack Obama hatte Nordkorea zuvor mit Konsequenzen gedroht. "Wir werden reagieren", kündigte Obama an. "Wir können bestätigen, dass Nordkorea in diese Attacke verwickelt ist", sagte der Präsident. Zugleich bezeichnete er es als "Fehler", dass Sony die Nordkorea-Satire "The Interview" nach ominösen Terrordrohungen zurückgezogen hatte. Es dürfe nicht sein, dass "irgendein Diktator an irgendeinem Ort" in den USA eine Zensur durchsetzen könne.

Nach Erkenntnissen des FBI ist die Regierung in Pjöngjang direkt für den Cyberangriff und die Terrordrohungen verantwortlich. Mit der "Einschüchterung" bewege sich Nordkorea "außerhalb der Grenzen des akzeptablen Verhaltens von Staaten", erklärte die US-Bundespolizei.

Nordkorea bestreitet die Vorwürfe

Nordkorea selbst wies die Anschuldigungen aus den USA zurück: Das sei Verleumdung, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Er drohte mit Konsequenzen, sollten die USA Pjöngjang weiter beschuldigen. Die US-Regierung glaubt den Unschuldsbeteuerungen allerdings nicht: "Die Regierung Nordkoreas hat eine lange Geschichte darin, die Verantwortung für destruktives und provokatives Handeln von sich zu weisen", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Mark Stroh.

Im Zentrum der Affäre steht eine Gruppe mit dem Namen Guardians of Peace (GOP), die Ende November einen Cyberangriff auf Sony gestartet und interne Dokumente und E-Mails veröffentlicht hatte. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen der Satire "The Interview", in der es um ein Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht, ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Mehrere Kinoketten entschieden daraufhin, den Film aus dem Programm zu nehmen - woraufhin Sony den für Weihnachten geplanten Kinostart komplett absagte.

fln/AFP/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.