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24. Mai 2011, 19:11 Uhr

Sorge um Nuklearprogramm

Syrien baute laut IAEA heimlich an Atomreaktor

Die internationale Atomenergiebehörde IAEA geht laut einer Untersuchung davon aus, dass Syrien 2007 an einem geheimen Atomprogramm gewerkelt hat. Israel hatte damals eine Anlage zerstört, die höchstwahrscheinlich ein im Bau befindlicher Reaktor war. Nun könnten Damaskus Folgen drohen.

Wien - Syrien hat nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit großer Wahrscheinlichkeit an einem geheimen Atomwaffenprogramm gearbeitet. In ihrem am Dienstag an die Mitgliedstaaten verteilten Bericht zu Syrien schließen die Atomwächter aus all den ihnen vorliegenden Informationen, dass eine 2007 von Israel zerstörte Anlage in al-Kibar im Wüstenort Dair Alsur mit großer Wahrscheinlichkeit ein fast fertiger geheimer Atomreaktor war.

Seit die IAEA 2008 Ermittlungen zu dem Fall aufnahm, ist es das erste Mal, dass sie offiziell solch eine Einschätzung abgibt. Ende April allerdings hatte ein Sprecher des Gremiums bereits angedeutet, in welche Richtung das Ergebnis des Berichtes geht.

Mit dem offiziellen Bericht bereiten die Atomwächter in Wien nun die Grundlage für mögliche weitere Schritte der internationalen Gemeinschaft gegen das Regime in Damaskus vor. Entscheidet sich der IAEA-Gouverneursrat in seiner Sitzung Anfang Juni, den Fall Syrien per Resolution an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu verweisen, könnten weitere Sanktionen drohen.

Die USA sind sich seit langem sicher, dass Syrien in al-Kibar an einer Anlage zur Produktion von Material für Atomwaffen baute. Israel zerstörte die Anlage 2007, bevor die IAEA die Vorwürfe klären konnte. Atominspektoren fanden aber bei einer anschließenden Kontrolle des Geländes Spuren von Uran, die nicht natürlichen Ursprungs sein konnten. Damaskus bestreitet alle Vorwürfe, arbeitete aber auch mit der IAEA seit Jahren nicht ausreichend zusammen. Die IAEA habe alle Möglichkeiten ausgereizt, Syrien zur Zusammenarbeit zu bewegen und habe sich deshalb zu diesem Urteil im Bericht entschlossen, hieß es aus diplomatischen Kreisen in Wien.

Der IAEA lagen dem Bericht zufolge auch neue Informationen über die mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms vor. Diese Informationen würden derzeit bewertet, hieß es. IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano habe in einem Schreiben an die iranische Atomenergiebehörde seiner Besorgnis Ausdruck verliehen und Iran zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese sei jedoch noch nicht eingegangen, hieß es bei der IAEA.

ffr/dpa/AFP

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