"Space Force" China wirft Trump "Wettrüsten im Weltraum" vor

Mit dem Projekt "Space Force" will Präsident Donald Trump die Vorherrschaft der USA im Weltraum manifestieren. Damit werde das All "in eine Art Schlachtfeld" verwandelt, kritisiert China jetzt.
Trump bei einer Zeremonie auf der Luftwaffenbasis Maryland bei Washington

Trump bei einer Zeremonie auf der Luftwaffenbasis Maryland bei Washington

Foto: Al Drago/ POOL/ EPA-EFE/ REX

Mit markigen Worten startete Donald Trump vor ein paar Tagen den Start seiner neuen Weltraumarmee "Space Force". "Der Weltraum ist das neue Kriegsgebiet", sagte der Präsident bei einer Zeremonie auf einem Militärflugplatz der Air Force. Er sprach dabei von "gravierenden Bedrohungen für die nationale Sicherheit" und sagte: "Amerikas Überlegenheit im Weltraum ist unerlässlich."

Chinas Regierung konterte jetzt ebenso markig: Mit "Space Force" betreibe Washington "ein Wettrüsten im Weltraum" und verwandle ihn "in eine Art Schlachtfeld", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Der Schritt der USA verletze "den internationalen Konsens über die friedliche Nutzung des Weltraums". Die internationale Gemeinschaft müsse daher dringend "ein rechtsverbindliches Instrument zur Rüstungskontrolle im Weltraum" aushandeln.

Mit der Unterzeichnung des Verteidigungshaushaltes 2020, in dem die Schaffung einer "Space Force" beschlossen wurde, hatte Trump das Prestigeprojekt zur Gründung eigenständiger Weltraumstreitkräfte umgesetzt.

Die "United States Space Force" wird die sechste US-Teilstreitkraft neben dem Heer, der Marine, dem Marinekorps, der Luftwaffe und der Küstenwache. Allerdings sind die Weltraumstreitkräfte an die Luftwaffe angeschlossen. Sie sollen mögliche Bedrohungen für die USA im All und aus dem All abwenden, etwa feindliche Angriffe auf US-Satelliten. (Lesen Sie hier mehr über Trumps Sternenkrieger)

Die USA haben derzeit die Vorherrschaft im All, China und Russland holen aber auf. Der US-Verteidigungsgeheimdienst warnte Anfang des Jahres in einem Bericht, dass "insbesondere China und Russland eine Vielzahl von Maßnahmen entwickeln, um ... die Position der USA im Weltraum herauszufordern".

China hat bereits 2007 demonstriert, dass es einen Satelliten mit einer bodengestützten Rakete abschießen kann. Zudem tätigte das Land in den vergangenen Jahren bedeutende Investitionen in ein militärisch orientiertes Weltraumprogramm - in der Hoffnung, bis 2022 eine bemannte Raumstation zu haben. Auch Iran und Nordkorea sind zunehmend in der Lage, ihre militärischen Aktivitäten in den Weltraum auszuweiten. Trump hatte deswegen wiederholt die Schaffung von US-Weltraumstreitkräften gefordert.

als/AFP