Spanien Acht Eta-Bosse festgenommen

Im Kampf gegen die Eta hat die spanische Polizei ein Führungskommando der baskischen Terrororganisation gefasst. Auch zwei bezahlte Killer sollen zu den Festgenommenen gehören.


Zwei maskierte Polizisten mit einem der Verhafteten
REUTERS

Zwei maskierte Polizisten mit einem der Verhafteten

Bilbao - Das gefährliche Eta-Kommando "Buruntza" sei damit vollständig zerschlagen worden, teilte der baskische Innenminister Javier Balza mit. Es habe sich um eine der größten Polizeieinsätze der vergangenen 20 Jahre gegen die Eta gehandelt. Unter den Festgenommenen sollen die Mörder eines konservativen Stadtrates und eines Polizisten sein, die im Juli getötet worden waren.

Die Polizei entdeckte außerdem bei den Hausdurchsuchungen in der baskischen Provinz Guipuzcoa 50 Mobiltelefone, von denen zwei präpariert waren, um damit Bomben zu zünden. Es war bisher nicht bekannt, dass die Eta diese Technik nutzt.

Bei der Großrazzia im Norden des Landes stellten die Beamten auch eine einsatzbereite Autobombe sicher und vereitelten damit einen offenbar unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag. Außerdem wurden ein Waffenlager mit mehreren Pistolen, Sturmgewehren, Granaten und 160 Kilogramm Sprengstoff sowie eine elektronische Werkstatt ausgehoben.

Großdemo gegen den Terror

Im Baskenland gingen unterdessen Hunderte von Menschen auf die Straße, um gegen den Terror zu protestieren. Zu den Demonstrationen hatten alle Parteien nach der Explosion einer als Spielzeugauto getarnten Bombe aufgerufen, bei der am Montag eine 62-jährige Frau getötet und ihr 16 Monate alter Enkel lebensgefährlich verletzt worden waren. Während das Innenministerium in Madrid das militante Eta-Umfeld für den Anschlag verantwortlich machte, gaben die Separatisten der spanischen Polizei die Verantwortung und sprachen in Anlehnung an den "schmutzigen Krieg" gegen die Eta in den achtziger Jahren von "Staatsterror".

Auch das baskische Innenministerium schloss die Separatisten- Organisation als Urheber des Spielzeugautobombenanschlags weitgehend aus. Es werde in alle Richtungen ermittelt, hieß es. Der Zustand des verletzten Kindes war am Mittwoch weiter kritisch. Bei Anschlägen der Eta sind in diesem Jahr bereits zwölf Menschen getötet worden. Zuletzt hatten die Terroristen am vergangenen Wochenende eine Autobombe mit 50 Kilogramm Sprengstoff vor einem Urlauberhotel im Badeort Salou gezündet und 13 Personen leicht verletzt.



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