Spanien Anti-Terror-Front gegen die Eta

Die spanischen Parteien wollen sich von den Terroranschlägen der Eta nicht einschüchtern lassen: Mit einer parteiübergreifenden Anti-Terror-Front soll die Separatistenorganisation polizeilich und politisch bekämpft werden.


Madrid - Die spanische Demokratie will dem Terror die Stirn bieten: Alle im Madrider Parlament vertretenen Parteien haben sich am Dienstag gegen die Eta (Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) in einem Anti-Terror-Pakt zusammengeschlossen.

Premierminister Zapatero am Sarg eines der von der Eta getöteten Soldaten: Mit den Mitteln des Rechtsstaats bekämpfen
DPA

Premierminister Zapatero am Sarg eines der von der Eta getöteten Soldaten: Mit den Mitteln des Rechtsstaats bekämpfen

"Wir bekräftigen unseren Willen, die Terror-Organisation Eta mit Mut und demokratischer Entschlossenheit solange zu bekämpfen, bis wir sie mit den Mitteln des Rechtsstaats definitiv besiegt haben", heißt es in dem Papier. Zu den Unterzeichnern gehören auch der spanische Arbeitgeberverband und die großen Gewerkschaften.

Zugleich verzeichnete die Polizei einen Fahndungserfolg. Zwei mutmaßliche Eta-Mitglieder, ein Mann und eine Frau, wurden am Dienstagmorgen auf einem Zeltplatz westlich von der französischen Stadt Lyon festgenommen. Das spanische Paar, das Pistolen und gefälschte Ausweispapiere bei sich trug, hatte offenbar ein Auto gestohlen, wie die spanische Polizei mitteilte. Das Paar solle nach Paris gebracht werden, um ein Ermittlungsverfahren gegen sie zu eröffnen.

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero nahm zusammen mit Oppositionsführer Mariano Rajoy in Segovia an einer Trauerfeier für den Soldaten teil, der am Vortag bei einem Eta-Anschlag ums Leben gekommen war. Am Sonntag und Montag hatte die Separatistenorganisation in Nordspanien binnen 24 Stunden drei Autobomben gezündet. Dabei wurden zudem 17 Menschen verletzt.

Am Sonntag und Montag kam bei Eta-Bombenanschlägen ein Mensch ums Leben, elf weitere wurden verletzt. Die Separatistenorganisation hatte drei Autobomben binnen 24 Stunden gezündet. Zwei der dabei eingesetzten Autos seien laut der spanischen Regierung in Frankreich gestohlen worden. Ob die in Lyon Festgenommenen mit den Anschlägen zu tun hatten, ist allerdings noch offen.

Eta-Mitglieder hätten ihre logistische Basis in Frankreich in letzter Zeit verstärkt, warnen Anti-Terror-Experten in spanischen Medien. Sie besorgten dort Autos, Waffen und Sprengstoff und bauten die Bomben für den späteren Einsatz in Spanien.

Die spanische Sozialistische Partei (PSOE) und die konservative Volkspartei (PP) hatten bereits 2001 einen Anti-Terror-Pakt geschlossen. Das Bündnis brach jedoch nach der Machtübernahme der PSOE im Jahr 2004 auseinander. Die PP war gegen die Initiative des Sozialisten Zapatero, Friedensgespräche mit der Eta zu führen. Die Verhandlungen der Regierung mit den Separatisten scheiterten Ende 2006.

Die Eta kämpft seit Jahrzehnten mit Gewalt für ein unabhängiges Baskenland. Sie fordert den Zusammenschluss der drei spanischen baskischen Regionen und zweier französischer Departements. Mehr als 820 Menschen kamen dabei bereits ums Leben.

pes/dpa/AFP



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