"El País"-Bericht CIA könnte in Angriff auf nordkoreanische Botschaft verwickelt sein
Nordkoreanische Botschaft in Madrid
Foto: Sergio Perez / REUTERSDer Zwischenfall könnte weitreichende Konsequenzen haben: Spanische Ermittler untersuchen einem Bericht zufolge , inwiefern die CIA in einen Angriff auf die nordkoreanische Botschaft in Madrid verwickelt ist. Informationen der spanischen Zeitung "El País" zufolge gibt es bei mindestens zwei der Angreifer eine Verbindung zum US-amerikanischen Geheimdienst. Eine Anfrage der BBC bei den entsprechenden Behörden blieb zunächst unbeantwortet.
Am 22. Februar, nur wenige Tage vor dem Nordkorea-Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un, waren Medienberichten zufolge zehn Angreifer in das Botschaftsgebäude eingedrungen. Dort sollen sie acht Anwesende gefesselt und geschlagen haben, schreibt unter anderem "El Confidencial". Den Angreifern sei es vor allem um Informationen auf Computern und Telefonen gegangen. Eine Frau habe sich befreien und durch ein Fenster fliehen können. Nachbarn hörten demnach ihre Hilferufe und alarmierten die Polizei.
Diese sei aber zunächst am Eingang der Botschaft abgewiesen worden. Ein Mann sagte den Beamten, es sei nichts geschehen. Minuten später seien die Angreifer in Botschaftslimousinen geflüchtet, die später herrenlos aufgefunden wurden.
Nach Informationen von "El Confidencial" gibt es mehrere Fährten, die die Polizei gerade verfolgt. Keine Theorie sei zum derzeitigen Zeitpunkt auszuschließen. Aber nach Angaben von anonymen Quellen "werde die Möglichkeit wahrscheinlicher, dass die Geheimdienste der USA die Aktion geplant haben, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten oder anderen Partnern."
"El País" zufolge gibt es Annahmen, dass der Angriff dazu gedient haben sollte, Informationen über den ehemaligen Botschafter Kim Hyok Chol zu bekommen. Er wurde nach Nukleartests des Regimes im Jahr 2017 des Landes verwiesen, ist nun aber eine zentrale Person bei den Abrüstungsgesprächen zwischen Nordkorea und den USA. In dieser Funktion half er auch, den Gipfel in Vietnam zwischen Kim und Trump vorzubereiten.
Wenn sich bestätigen sollte, dass die CIA hinter dem Angriff stecke, würde das zu einem diplomatischen Streit zwischen Washington und Madrid führen, schreibt "El País" weiter. Das würde nicht nur bedeuten, dass die US-Behörde ohne Erlaubnis auf spanischem Boden eine solche Aktion durchgezogen habe, sondern sei auch ein Bruch mit internationalen Konventionen, die diplomatische Vertretungen schützen sollten.