Eta-Häftlinge in Spanien "Wir räumen ein, dass wir Leid und Schaden verursacht haben"

Über Jahrzehnte kämpfte die Eta für ein unabhängiges Baskenland. Nun haben inhaftierte Mitglieder der Terrororganisation erstmals eingestanden, Leid und Schaden angerichtet zu haben. Zudem sind sie dazu bereit, mit den Behörden zu kooperieren.
Eta-Graffiti (Archiv): Verzicht auf Methoden der Vergangenheit

Eta-Graffiti (Archiv): Verzicht auf Methoden der Vergangenheit

Foto: RAFA RIVAS/ AFP

Madrid - Bei Anschlagen der baskischen Terrororganisation
Eta wurden innerhalb von fast vier Jahrzehnten mehr als 800 Menschen getötet. Erstmals haben in Spanien nun inhaftierte Mitglieder der Separatistentruppe zugegeben, Leid angerichtet zu haben. "Wir räumen mit aller Ehrlichkeit ein, dass wir Leid und vielseitigen Schaden verursacht haben", heißt es in einem am Samstag veröffentlichten Kommuniqué des "Kollektivs der Baskischen Politischen Gefangenen" (EPPK).

Die Eta (Euskadi Ta Askatasuna, etwa Heimat und Freiheit für das Baskenland) hatte über Jahrzehnte für einen unabhängigen Staat im Baskenland gekämpft. "Wie übernehmen die volle Verantwortung für die Konsequenzen unserer politischen Aktivitäten", heißt es weiter.

Die Unterzeichner erklärten sich auch zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit. Die selbst ernannte Vertretung der Eta-Häftlinge will mit dem Staatsapparat darüber sprechen, wie entlassene Aktivisten in die Gesellschaft und in ein "normales Leben" zurückkehren könnten.

Im Oktober dieses Jahres hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die spanische Praxis des Strafvollzugs für Terroristen für illegal erklärt. Dies ermöglichte rund 60 Inhaftierten der Eta die Rückkehr in die Freiheit.

Rückkehr in die Gesellschaft

Nachdem die Eta im Oktober 2011 erklärt hatte, auf Gewalt zu verzichten, bekräftigt nun auch das EPPK den "Verzicht auf die Methoden der Vergangenheit".

Bisher hatte das EPPK die Hafturteile nicht anerkannt und jeden Dialog mit den Behörden über eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft abgelehnt. Nun heißt es aber: "Wir könnten akzeptieren, dass der Prozess der Rückkehr in unsere Häuser im Rahmen des Rechtsweges erfolgt, auch wenn das die implizite Anerkennung unserer Urteile bedeutet." Die Kooperationsbereitschaft könnte Inhaftierten Haftvorteile oder eine frühere Entlassung ermöglichen.

Die Eta war 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet worden. Sie bekämpfte den spanischen Staat auch nach der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1975 mit dem Ziel eines unabhängigen Staates im Baskenland weiter.

Im Oktober 2011 hatte die Organisation zwar die "definitive Beendigung" ihres bewaffneten Kampfes verkündet. Sie gab jedoch bisher weder die Waffen ab noch löste sie ihre Strukturen im Untergrund auf. Die spanische Regierung hat indes erklärt, die Eta befinde sich in der "Endphase".

Zur Zeit sind noch rund 600 Eta-Angehörige in Spanien und Frankreich in Haft.

kha/dpa/Reuters
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