Spanien Familie von getötetem Kameramann verklagt Aznar

Die Familie des im Bagdader Journalisten-Hotel "Palestine" getöteten spanischen Kameramanns José Couso hat sich einer Klage gegen Ministerpräsident José María Aznar angeschlossen. Unterdessen wurden drei türkische Pressevertreter im Nordirak beschossen.

Madrid - Mit seiner Unterstützung für den Irak-Krieg habe der Regierungschef gegen das Strafgesetzbuch und die Verfassung verstoßen, heißt es laut dpa nach Presseberichten vom Samstag in der Klage. Diese war von einem Anwaltsverband beim Obersten Gerichtshof eingereicht worden und ist inzwischen von mehr als 400 Bürgern mitunterzeichnet worden. Ob das Gericht die Klage zulässt, ist noch offen.

Der für den Privatsender Tele 5 tätige Couso, 37, war am vergangenen Dienstag beim Beschuss des Hotels durch einen US-Panzer tödlich verletzt worden. Auch ein Kameramann der britischen Nachrichtenagentur Reuters starb. Die Familie des Spaniers spricht von Mord und forderte die spanische Regierung in einem Brief deshalb auf, sich auch für eine Untersuchung seitens der USA sowie für eine Entschädigung einzusetzen.

Schüsse auf türkische Journalisten

Drei türkische Journalisten sind am Samstag in der Nähe der nordirakischen Stadt Erbil durch Schüsse verletzt worden. Unklar sei, wer auf ihr Auto geschossen habe, sagte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan in Ankara.

Nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur Anadolu soll es sich bei zwei der Verletzten um einen Korrespondenten des TV-Senders Sky Türk und seinen Kameramann handeln. Alle drei sollten noch am Samstag zur Behandlung in die Türkei gebracht werden. Die Verletzungen sind den Angaben zufolge nicht lebensgefährlich.

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