Spanien Femen-Aktivistinnen stören Gedenkmarsch für Diktator Franco

Das Grab von Francisco Franco ist eine Pilgerstätte für Rechtsextreme, zum Todestag des spanischen Diktators gab es erneut einen Gedenkmarsch. Der wurde allerdings von Femen-Aktivistinnen unterbrochen.

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In Spanien findet jedes Jahr an einem Sonntag rund um den 20. November ein Gedenkmarsch statt, die Beteiligten erinnern damit an den Todestag von Francisco Franco: In diesem Jahr wurde die Aktion für den spanischen Diktator von Aktivistinnen der feministischen Organisation Femen gestört.

Drei Frauen unterbrachen den Marsch von rund 200 Franco-Anhängern in Madrid, bevor sie von Polizisten abgeführt wurden. Auf ihren nackten Oberkörpern stand "legaler Faschismus" und "nationale Schande". Die Polizei führte die drei Aktivistinnen ab, während Franco-Unterstützer den Hitlergruß zeigten, Beleidigungen und "Franco! Franco! Franco!" riefen.

Die Aktivistinnen hielten ein Banner mit der Aufschrift "Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung für die Opfer von Franco" und riefen "Wir werden nicht vergeben, wir werden nicht vergessen."

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Nach dem Sieg der rechten Putschisten im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) hatte Franco bis zu seinem Tod 1975 in Spanien mit eiserner Faust geherrscht. Deklariert als Akt der Versöhnung, ließ er die Überreste von mehr als 30.000 Toten des Bürgerkriegs, Nationalisten und Republikaner, ins Valle de los Caídos überführen - meist ohne die Angehörigen darüber zu informieren. Das Mausoleum mit seinem 150 Meter hohen Steinkreuz mussten 20.000 politische Gefangene zwischen 1940 bis 1959 mitbauen.

Francos Grab im Tal der Gefallenen ist eine beliebte Pilgerstätte für Franco-Anhänger und Rechtsextreme. Der Umgang mit der Franco-Diktatur spaltet Spanien bis heute. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte nach seinem Amtsantritt im Juni die Exhumierung Francos angekündigt. Dort, wo bislang seine Grabstelle ist, soll eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus entstehen. Während linke Spanier den Plan begrüßen, stimmt er solche, die nostalgisch auf die Diktatur zurückblicken, wütend. Die spanischen mitte-rechts Parteien kritisieren den Plan als unnötig.

mal/AFP/AP



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kochra8 19.11.2018
1. Feiern die den Teufel ?
Kindern wurden die Eltern weggenommen, so manche Zöglinge verschwanden in erzieherischer (sic!), teils kirchlicher Obhut. Gefolterte hat man nie wieder gesehen. Was gibt es da zu beschönigen? War der Faschismus bis 1945 nicht genug? Für viele Spanier sind Fortgeschrittene Nestbeschmutzer, sofern jene heuer die Wahrheit der wachen Öffentlichkeit nahe bringen.
FK-1234 19.11.2018
2. Auch Spanien
...bleibt nicht von den Ewiggestrigen verschont, die Diktatur sowie als Ausfluss dessen Unterdrückung und Mord an Andersdenkenden im Namen des (damaligen) Staates verherrlichen. Bizarr ist allerdings, dass die Huldigungen für den Diktator auch heute noch ligitim ist.
londonpaule 19.11.2018
3. Erstaunlich
dass so etwas nicht verboten ist. Franco ist zwar nicht direkt mit Hitler zu vergleichen (auch bezweifle ich dass es wirklich der Hitler Gruß war den die Leute da zeigten), aber dass so eine unsägliche Gestalt geehrt werden darf ist doch mehr als erstaunlich. Man sollte seine Leiche eher offentlichkeitswirksam in einer Müllverbrennungsanlage verbrennen
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