Ganovenname "Bäcker" Spanien liefert mächtigen serbischen Mafia-Boss aus

Mord, Menschenhandel, Waffengeschäfte: Auf das Konto von Luka Bojovic gehen grausame Verbrechen. Jetzt hat Spanien einem Belgrader Gesuch zur Auslieferung des Ganoven stattgegeben. Sein Clan plante 2003 auch das Attentat auf Serbiens ersten frei gewählten Ministerpräsidenten Djindjic.

Luka Bojovic (Archivbild des serbischen Innenministeriums): Der "Bäcker"
AP

Luka Bojovic (Archivbild des serbischen Innenministeriums): Der "Bäcker"


Madrid/Belgrad - Er soll mehr als 20 Morde in Serbien, den Niederlanden und Spanien verübt haben: Die Regierung in Madrid liefert den einst mächtigen serbischen Mafia-Paten Luka Bojovic an Belgrad aus. Das südeuropäische Land entschied am Freitag, einem entsprechenden Gesuch der serbischen Behörden stattzugeben.

Bojovic werde nach Serbien überstellt, damit er dort seine Strafe abbüße, erklärte die spanische Regierung laut der Tageszeitung "El Mundo". Der serbische Mafia-Boss hörte auf den Ganovennamen "Bäcker". Er war von Serbien mit internationalem Haftbefehl gesucht worden.

In Spanien befand sich Bojovic in Untersuchungshaft, seit er im Februar 2012 in der ostspanischen Hafenstadt Valencia festgenommen worden war. Er war der Chef des berüchtigten Zemun-Clans, der am 12. März 2003 den Mord an Zoran Djindjic organisiert hatte, dem ersten frei gewählten serbischen Ministerpräsidenten. Der Clan ging aus einer Gruppe hervor, die während des Balkankriegs auf den Namen Arkans "Tiger" hörte - benannt nach dem gleichnamigen serbischen Freischärlerführer. Die "Tiger" waren für zahllose Massaker in den im Balkankrieg eroberten Gebieten verantwortlich, wie der SPIEGEL berichtete.

Der Zemun-Clan agierte seit den neunziger Jahren unter dem politischen Schutz des damaligen Autokraten Slobodan Milosevic in Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten. Mord, groß angelegter Handel mit Menschen, Waffen und Drogen sowie Prostitution waren sein Tagesgeschäft.

bos/dpa

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BoMoUAE 12.07.2013
1. Zemun
Zemun war/ist ein Armenviertel bei Novi Beograd...
original-native 13.07.2013
2. Als der Krieg war
Haben sich dort unten eben viele Kleine Grüppchen gebildet, dass die Überlebenden größtenteils geprägt sind ist ja klar....
seeveandy 13.07.2013
3. sorry, aber diese Type
sollte man gleich an die Wand stellen.
oljako 14.07.2013
4.
Zitat von seeveandysollte man gleich an die Wand stellen.
und du solltest ein schreibverbot auferlegt bekommen, aber wahrscheinlich werden unser beider wünsche unerfüllt bleiben. in diesem fall, war das grüppchen allerdings schon vorher aufs engste mit dem herrschenden system verbandelt, die prägung fand lange vor dem krieg statt.
spon-facebook-1605632148 16.07.2013
5. optional
Liebe Redaktion, obwohl der westliche Teil Europas sich schon seit über 60 Jahren des Friedens erfreut und Projekte wie die Europäische Union realisiert hat, heißt das noch immer nicht, dass der "Westen" der Hüter der Demokratie und Menschrechte ist. Begriffe wie Lobbyismus oder Wahlfälschungen (U.S.A.) werfen dunkle Schatten auf den "Reinheitsgrad" dieser Demokratien. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Position, die die westliche Presse oftmals einnimmt sehr arrogant. Bezüglich Jugoslawien muss man festhalten, dass die Fraktion der Partisanen den Zweiten Weltkrieg mit dem Slogan "Brüderlichkeit und Einigkeit" gewonnen hat. Der Folgestaat (Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) war ein sozialistischer, kein kommunistischer Staat. Der Aufstieg Slobodan Milosevic´s erfolgte durch "freie Wahlen" und wurde durch Wahlmanipulationen aufrecht erhalten. Sein Regime erkannte letztendlich den Wahlsieg der Opposition an, was einen Bürgerkrieg (ähnlich dem jetzigen Szenario in Syrien) verhinderte, obwohl schon damals bekannt war, dass die Oppositionsbewegung "Otpor" durch die C.I.A. finanziert und ausgebildet wurde. Djindjic als ersten frei gewählten Premierminister zu deklarieren (und das gleich zwei Mal in einem Artikel) mag zwar in gewisser Weise zutreffend sein, dass Bild jedoch, dass dieser Satz zeichnet, ist ein klassisches Klischee. Und ich gebe zu bedenken, dass das so glänzende Bild "westlicher" Demokratien (hierbei rede ich wirklich vom Begriff Demokratie, nicht vom Lebensstandard und Menschenrechten in Wohlstandszeiten) nicht mehr als ein Marketingprodukt ist.
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