Parlamentswahl in Spanien Alle Ergebnisse


Parteien im spanischen Parlament:

Die wichtigsten Parteien
PSOE (Sozialistisch)
In Spanien hat die Arbeiterpartei gute Chancen, erstmals seit 2008 wieder stärkste politische Kraft zu werden. Das würde sie der Zersplitterung auf der rechten Seite des Parteienspektrums verdanken. Und ihrem Parteichef, Premierminister Pedro Sánchez. Im Wahlkampf setzte die PSOE auf Sozialpolitik und eine scharfe Abgrenzung nach rechts. Alles andere als deutliche Zugewinne wären eine herbe Enttäuschung.

Wahlergebnis 2016: 22,6 %, 85 Sitze
Unidas Podemos (Links)
Podemos, wichtigste Kraft in diesem Wahlbündnis aus drei linken Parteien, steckt in der Krise. Die Partei, die aus der Protestbewegung gegen die verheerende spanische Wirtschaftskrise hervorging, leidet unter internen Streitigkeiten und Machtkämpfen – vor allem zwischen ihrem Spitzenmann Pablo Iglesias und Mitbegründer Iñigo Errejón. Unidas Podemos wird voraussichtlich viele Sitze verlieren – besonders an die wieder erstarkte PSOE. Beide Fraktionen könnten nach der Wahl eine Koalition bilden.

Wahlergebnis 2016: 13,4 %, 71 Sitze (Wahlbündnis mehrerer Parteien)
Partido Popular (Rechtskonservativ)
Der konservativen Volkspartei, die Spanien bis vor einem Jahr regierte, droht das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte. Dutzende Funktionäre mussten wegen Korruptions- und Schmiergeldskandalen vor Gericht. Am rechten Rand, wo es bis vor kurzem keine bedeutende Partei gab, wird die PP Hunderttausende Wähler an die rechtsextreme Vox verlieren. Und in der Mitte gibt es für sie wenig zu holen. Unter ihrem neuen Chef Pablo Casado ist die PP nach rechts geschwenkt. Sie will hart gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen und gegen Migranten vorgehen. Casado wird Spanien nur unter zwei Bedingungen regieren. Erstens müssen die PP und ihr Wunsch-Koalitionsparner Ciudadanos stärker abschneiden als prognostiziert wird. Zweitens müssen sie sich dann von Vox an die Macht hieven lassen.

Wahlergebnis 2016: 33,0 %, 137 Sitze
Ciudadanos (Rechtsliberal)
Seit ihren Anfängen vor 13 Jahren in Barcelona kämpft die Bürgerpartei gegen Abspaltungsbestrebungen in Katalonien. In diesem Wahlkampf hat sie ihre kompromisslose Haltung gegenüber den Separatisten ins Zentrum der Kampagnen gestellt. Und sich selbst auf die Seite der Rechtsparteien. Ob es klug von Parteichef Albert Rivera war, ein Bündnis mit den Sozialdemokraten auszuschließen und gemeinsam mit Rechtsextremen gegen Pedro Sánchez zu demonstrieren, ist fraglich. Vor gut einem Jahr waren die Cs in den Umfragen ganz vorne, aber seit Monaten bröckelt die Zustimmung. Spekulationen, die Cs könnten am Ende doch mit Sánchez koalieren, sind nie ganz verstummt.

Wahlergebnis 2016: 13,1 %, 32 Sitze
Vox (Rechtsextrem)
Vox könnte der große Wahlgewinner werden. Mit Verbalangriffen auf katalanische Separatisten und illegale Migranten haben sich die Rechtsextremen bei einem Teil der Bevölkerung profiliert. Einige Vox-Politiker zählten einst zum rechten PP-Flügel. Ihren Durchbruch hatte die Partei bei der Regionalwahl in Andalusien, als sie 11 Prozent holte. Ähnlich stark könnte sie mit ihrem Frontmann Santiago Abascal jetzt bei der nationalen Wahl abschneiden. Vox verlangt das Ende der Autonomie für die Regionen und die Rückkehr zum Zentralstaat, dazu das Recht auf Waffenbesitz für alle Spanier. Sie macht Stimmung gegen gleichgeschlechtliche Ehen, gegen ein Gesetz zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt. Vox will Zehntausende Migranten aus Spanien deportieren lassen.

Wahlergebnis 2016: 0,2 %, 0 Sitze
Katalanische Parteien
Nicht einmal fünf Prozent der Sitze haben sie zusammen im Parlament – und doch dreht sich vieles um die katalanischen Nationalisten. Nur mit ihrer Hilfe konnte Pedro Sánchez den konservativen Mariano Rajoy vor einem Jahr als Regierungschef ablösen. Und die Separatisten sind auch für diese vorgezogenen Neuwahlen mitverantwortlich, weil sie Sánchez später die Unterstützung versagt haben. Es könnte passieren, dass Sánchez sie zum Weiterregieren braucht. Mit der linksgerichteten, in der Unabhängigkeitsfrage kompromissbereiten ERC fiele ihm das wohl leichter als mit der Junts per Catalunya, wo der katalanische Ex-Regierungschef Carles Puigdemont aus dem belgischen Exil heraus die Fäden zieht.

Wahlergebnisse 2016:
ERC: 2,6 %, 9 Sitze
Jxcat (Vorgängerpartei CDC): 2,0 %, 8 Sitze
Baskische Parteien
Die baskische Nationalistenpartei PNV leitete vergangenes Jahr den Machtwechsel in Madrid ein. Ihre Abgeordneten entzogen dem konservativen Premierminister Mariano Rajoy ihre Unterstützung und wählten statt dessen Pedro Sánchez zum neuen Regierungschef. Auch das linksnationalistische Bündnis EH Bildu unter seinem Chef Arnaldo Otegi unterstützte Sánchez - und wird ihm im Zweifelsfall auch diesmal den Vorzug geben gegenüber jedem Kandidaten von PP oder den Ciudadanos.

Wahlergebnisse 2016:
PNV: 1,2 %, 5 Sitze
EH Bildu: 0,8 %, 2 Sitze
Andere
Die Regionalparteien Compromís aus Valencia und Coalición Canaria sowie die Tierschutzpartei Pacma dürften zusammen maximal acht Sitze erreichen. Die könnten bei einem knappen Wahlausgang allerdings entscheidend sein. Compromís wie auch Pacma sind klar auf der linken Hälfte des Parteienspektrums zu verordnen; die CC in der Mitte.

Wahlergebnisse 2016:
Compromis: - (Teil eines von Podemos geführten Wahlbündnisses)
Pacma: 1,2 %, 0 Sitze
Coalición Canaria: 0,3 %, 1 Sitz


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