Abstimmung in Spaniens Parlament Erneute Schlappe für Sánchez

48 Stunden nach der ersten Abstimmung hat Spaniens Regierungschef Sánchez ein weiteres Votum über seine Wiederwahl verloren. Er hat nun zwei Monate Zeit, um über einen erneuten Anlauf zu entscheiden.

Scheiterte erneut bei einer Abstimmung: Spaniens Premier Pedro Sánchez
OSCAR DEL POZO / AFP

Scheiterte erneut bei einer Abstimmung: Spaniens Premier Pedro Sánchez


Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez ist auch im zweiten Anlauf zur Regierungsbildung im Parlament gescheitert. Der Sozialist verfehlte die für die Bestätigung in seinem Amt erforderliche einfache Mehrheit.

Außer den 123 Abgeordneten seiner Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) stimmte in Madrid nur ein weiterer der insgesamt 350 Volksvertreter für Sánchez.

Sánchez hatte bereits vor der Abstimmung erklärt, er habe keine Einigung mit der linksgerichteten Podemos-Partei erzielt. Er wolle Ministerpräsident sein, aber nicht um jeden Preis. Im ersten Anlauf am Dienstag hatte Sánchez die absolute Mehrheit verfehlt. Im zweiten Wahlgang hätte die einfache Mehrheit gereicht.

Die PSOE von Sánchez und das linke Bündnis Unidas Podemos (UP) ringen seit Wochen um eine Einigung über eine mögliche Koalition. Immer wieder wurden die Gespräche unterbrochen. Bei der ersten Parlamentsabstimmung am Dienstag hatte UP sich enthalten und damit zur Niederlage von Sánchez beigetragen.

Die PSOE war aus der Wahl Ende April als Sieger hervorgegangen, hatte die absolute Mehrheit aber klar verfehlt. Sánchez war vor gut einem Jahr mit einem Misstrauensvotum in sein Amt gekommen. Er hat nun Zeit bis zum 23. September und muss entscheiden, ob er einen weiteren Versuch zur Regierungsbildung unternehmen will. Andernfalls könnten am 10. November Neuwahlen stattfinden. Es wäre die vierte Parlamentswahl in ebenso vielen Jahren.

mho/dpa/Reuters/AFP



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