Katalonien-Konflikt Tausende demonstrieren gegen spanischen König

In Spanien hat das Oberste Gericht lange Freiheitsstrafen für katalanische Separatistenführer verhängt. Erstmals seit dem Urteil hat nun König Felipe VI. Barcelona besucht - umgeben von heftigen Protesten.

"Kein König, keine Angst": Demonstranten verbrennen ein Bild von König Felipe VI.
David Borrat/EPA-EFE/REX

"Kein König, keine Angst": Demonstranten verbrennen ein Bild von König Felipe VI.


Spanien findet nach den Urteilen gegen mehrere katalanische Separatistenführer keine Ruhe. Nun gingen erneut Tausende Unabhängigkeitsbefürworter auf die Straße. Sie demonstrierten gegen einen Besuch des spanischen Königs Felipe VI. in Kataloniens Hauptstadt.

Die Teilnehmer protestierten am Montag gegen eine Preisverleihung des Königs in einem Kongresszentrum, das von einem großen Polizeiaufgebot gesichert wurde. Demonstranten zeigten Plakate mit Aufschriften wie "Tod dem Bourbonen", "Barcelona wird der Albtraum von Felipe VI." oder "Kein König, keine Angst".

Es war der erste Besuch des Königs in Katalonien seit der Verurteilung von neun Anführern der Unabhängigkeitsbewegung zu hohen Freiheitsstrafen durch das Oberste Gericht Mitte Oktober. Das Urteil führte zu mitunter gewaltsamen Protesten und Großkundgebungen in der nordostspanischen Region.

Unabhängigkeitsbefürworter werfen Felipe VI. dessen Haltung vor, nachdem am 1. Oktober 2017 gegen den Willen Madrids ein Referendum abgehalten und für kurze Zeit sogar die Unabhängigkeit Kataloniens ausgerufen worden war. Der König drängte seinerzeit darauf, die "Verfassungsordnung sicherzustellen".

Das Unabhängigkeitsreferendum hatte das Verfassungsgericht eigentlich verboten. Die Regionalregierung in Barcelona führte die Abstimmung trotzdem durch und beschloss danach die Unabhängigkeit. All das löste eine schwere politische Krise in Spanien und weltweite Aufmerksamkeit aus.

asc/AFP



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