Spanischer Regierungschef Zapatero verzichtet auf dritte Amtszeit

Spanien bekommt 2012 einen neuen Ministerpräsidenten: Der Amtsinhaber José Luis Rodríguez Zapatero will nicht wieder kandidieren. Zwei Amtszeiten seien genug, sagt der Sozialist. Chancen auf die Nachfolge werden der Verteidigungsministerin eingeräumt. 

Ministerpräsident Zapatero: Rennen um die Nachfolge kann beginnen
AFP

Ministerpräsident Zapatero: Rennen um die Nachfolge kann beginnen


Madrid - Spaniens Ministerpräsident hört nach zwei Amtszeiten auf: Am Samstag erklärte José Luis Rodríguez Zapatero in Madrid, er werde bei den 2012 anstehenden Wahlen nicht erneut als Spitzenkandidat der Sozialisten antreten. Nach zwei Amtszeiten aufzuhören, sei das Richtige für das Land, seine Sozialistische Partei und seine Familie, sagte er. Damit ist das Rennen um seine Nachfolge eröffnet.

Der 50-jährige Zapatero kam 2004 ins Amt. Kurz vor der Wahl waren bei Sprengstoffanschlägen auf Züge in Madrid 191 Menschen ums Leben gekommen und rund 1800 weitere verletzt worden. Große Teile der Bevölkerung waren unzufrieden mit dem Umgang der damaligen Regierung mit den Folgen der Anschläge und auch die spanische Beteiligung am Irak-Krieg stieß auf große Ablehnung.

Damals war die spanische Wirtschaft eine der dynamischsten in Europa. Die Wachstumszahlen lagen rund ein Jahrzehnt lang auf Rekordniveau. Dann allerdings kam die Finanzkrise, von der Spanien hart getroffen wurde. Das Land ist heute hoch verschuldet und die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 20 Prozent - EU-Rekord.

Zapatero verteidigte im SPIEGEL-ONLINE-Interview seinen Sparkurs: "Das Senken der Beamtenbezüge um fünf Prozent und der Verzicht für ein Jahr, die Renten an die Inflation anzupassen, sind die einzigen Kürzungen, die wir vornehmen mussten." Die anderen Maßnahmen, wie Senkung der staatlichen Investitionen, Arbeitsmarktreform, Erhöhung des Rentenalters, seien "absolut unverzichtbar, wenn wir unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig machen wollen".

Die besten Chancen auf Zapateros Nachfolge haben Beobachtern zufolge der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba und die Verteidigungsministerin Carme Chacón. Sie könnte zur ersten Regierungschefin Spaniens werden.

cte/dapd



insgesamt 2 Beiträge
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hans a. plast 02.04.2011
1. ........its time to say goodbye!!
Zitat von sysopSpanien bekommt 2012 einen neuen Ministerpräsidenten: Der Amtsinhaber José Luis Rodriguez Zapatero will nicht wieder kandidieren. Zwei Amtszeiten seien genug, sagt der Sozialist.*Chancen auf die Nachfolge werden der Verteidigungsministerin eingeräumt.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,754691,00.html
Respekt fuer diese Entscheidung, ein europaeischer Politiker mit Format und Treue zu sich selbst ebnet seiner Partei rechtzeitig Wege in eine hoffentlich bessere Zukunft. Ich hoffe, dass die Nachfolge rasch entschieden wird! hans a. plast
TheBear, 02.04.2011
2. Wirklich lobenswert
Zitat von sysopSpanien bekommt 2012 einen neuen Ministerpräsidenten: Der Amtsinhaber José Luis Rodriguez Zapatero will nicht wieder kandidieren. Zwei Amtszeiten seien genug, sagt der Sozialist.*Chancen auf die Nachfolge werden der Verteidigungsministerin eingeräumt.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,754691,00.html
Wirklich lobenswert, denn wenn ein Politiker auf diesem Niveau sein Amt ernst nimmt, hat er sich notwendigerweise verausgabt, und sollte es schon sich und seiner Familie nicht zumuten weiter zu machen. Allerdings, meiner Meinung mach sollte die Verfassung in einer Demokratie mehr als zwei Amtszeiten von jeweils vier oder maximal fünf Jahren ausschliessen. 16 Jahre Kohl waren nun wirklich zu viel, aber von so einer traurigen Gestalt einen Rücktritt zu erwarten war zu viel verlangt.
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