Spanisches Außenministerium Lage in Bagdad "schlimmer als unter Saddam"

Die Ernüchterung ist gewaltig. Die spanische Regierung gehörte zu den entschiedenen Befürwortern von Bushs Irakkrieg. Nun räumt Außenministerin Palacio ein, die Situation in Bagdad sei schlimmer als unter Saddam Hussein.


Ernüchterung kehrt ein: Ana Palacio
AP

Ernüchterung kehrt ein: Ana Palacio

Madrid - Nahezu täglich Angriffe irakischer Widerstandskämpfer auf Einheiten der Besatzungsmächte oder auf irakische Einrichtungen, der wachsende Unmut in der irakischen Bevölkerung über die Zustände im Land unter Führung der Amerikaner, der Abzug von Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen - dies alles mag die spanische Außenministerin Ana Palacio dazu bewogen haben, zu erklären, sie halte die Lage in der irakischen Hauptstadt derzeit für "schlimmer als unter Saddam Hussein".

Spanischen Presseberichten zufolge sagte die Ministerin, es gebe in Bagdad ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem.

Auch Spaniens Ministerpräsident José María Aznar, der die Irakpolitik von US-Präsident George W. Bush und des britischen Premierministers Tony Blair unterstützt hatte, räumt inzwischen ein, dass die von den Amerikanern angeführte Allianz nach dem Krieg im Irak "Fehler" begangen habe. Die Entscheidung zum Krieg sei jedoch richtig gewesen, sagte der konservative Regierungschef nach einem Treffen mit Blair in London.

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