Spendenaffäre Scotland Yard verhörte Blair

Nach seinem engen Berater Lord Levy hat die britische Polizei jetzt auch Tony Blair selber noch einmal vernommen. Scotland Yard befragte den britischen Premier über die mögliche Vergabe von Adelstiteln gegen Parteispenden.


London - Blair wurde in seinem Amtssitz in der Downing Street bereits zum zweiten Mal von Ermittlern befragt. Der Premierminister sei jedoch nur als Zeuge vernommen worden, nicht als Beschuldigter, sagte ein Regierungssprecher. Die etwa einstündige Vernehmung des Premierministers fand bereits am Freitag vergangener Woche statt. Nach Darstellung des Regierungssprechers war sie jedoch auf Wunsch der Polizei bislang verschwiegen worden.

Die seit langer Zeit schwelende Affäre hatte sich in den vergangenen Tagen durch die vorübergehende Festnahme von zwei Blair-Vertrauten zugespitzt. In der Affäre geht es um den Verdacht, dass die Labour-Partei von Geschäftsmännern und Privatleuten Millionenspenden bekommen hat, die als Kredite getarnt wurden. Im Gegenzug soll die Blair-Regierung den Spendern Adelstitel und Sitze im Oberhaus des Parlaments beschafft haben.

Anfang der Woche war mit Lord Levy ein enger Vertrauter Blairs festgenommen und nach dem Verhör wieder freigelassen worden. Der Lord gilt als einer der wichtigsten Spendenbeschaffer von Labour.

als/dpa



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