Spendenrekord Obama sammelte 750 Millionen Dollar

Es war der teuerste Wahlkampf aller Zeiten - und keiner konnte so viel ausgeben wie er: Barack Obama sammelte 750 Millionen Dollar an privaten Spenden und hat sogar noch 30 Millionen auf der hohen Kante. Klar ist bisher nur, wer das Geld nicht bekommt: die hochverschuldete Hillary Clinton.

Hamburg - Es ist ein Rekord in einer beinahe absurden Größenordnung: Der designierte US-Präsident Barack Obama hat während des Wahlkampfes eine Summe an privaten Spenden gesammelt, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt - rund 750 Millionen Dollar. Das geht aus einem Bericht der US-Bundeswahlkommission hervor, der vor allem den Zeitraum zwischen dem 15. Oktober und dem 24. November unter die Lupe genommen hat.

Demokrat Obama: Verzicht auf öffentliche Gelder brachte Rekordspenden

Demokrat Obama: Verzicht auf öffentliche Gelder brachte Rekordspenden

Foto: AFP

Zum Vergleich: Beim Präsidentschaftswahlkampf des Jahres 2004 haben es beide Kandidaten der großen Parteien - der Republikaner George W. Bush und der Demokrat John Kerry - zusammen nur auf 653 Millionen Dollar gebracht. Die Summe enthält außerdem Gelder aus der öffentlichen Wahlkampffinanzierung. Und die hatte Obama, als erster Kandidat einer großen Partei seit Einführung des Finanzierungssystems in den siebziger Jahren, gar nicht in Anspruch genommen.

Einen großen Anteil an Obamas Rekordergebnis haben die letzten Wochen des Wahlkampfes. Im Berichtszeitraum spendeten nach Angaben von Obamas Wahlkampfteam rund eine Million Geldgeber, mehr als die Hälfte davon zum ersten Mal. Während der gesamten Wahlkampfzeit zählten die Mitarbeiter des künftigen Präsidenten 3.950.000 Spender.

Damit ist der Plan der Obama-Berater aufgegangen, sich auf Privatspender zu konzentrieren und auf öffentliche Gelder zu verzichten. Konkurrent John McCain hatte 84 Millionen Dollar steuerfinanzierte Mittel aus dem Wahlkampftopf angenommen und sich somit verpflichtet, keine privaten Spenden anzunehmen. Obama hingegen hatte sich auf Anraten seiner Strategen dagegen entschieden und war damit frei, Spendengelder ohne Limit nach oben einzutreiben - und auszugeben.

So kam es, dass Obama im entscheidenden Berichtszeitraum 136 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf ausgeben konnte, sein republikanischer Konkurrent lediglich 26 Millionen Dollar. Auch der Vergleich der Ausgaben seit September macht das Missverhältnis deutlich: McCain blieb auf die ihm zur Verfügung stehenden 84 Millionen Dollar festgelegt, Obama gab 315 Millionen aus. McCain, der ja keine Privatspenden annehmen durfte, mühte sich noch, die klaffende Lücke zu seinem Konkurrenten über Spendengelder aus seiner Partei (die durfte er unter bestimmten Bedingungen und eingeschränkten Verwendungszwecken annehmen) zu verringern - doch vergebens. An Obamas Summen kam er nicht im Entferntesten heran.

Nun steht laut "New York Times" das ganze System der Wahlkampffinanzierung in den USA auf der Kippe. "Zumindest liegt die Messlatte für jeden Republikaner, der Obama 2012 herausfordern will, beeindruckend hoch", schreibt die Zeitung.

Obama ist sogar mit einem dicken Plus aus dem Rennen ums Weiße Haus gegangen. Knapp 30 Millionen Dollar lagen Ende November noch auf dem Wahlkampfkonto. Was mit dem Geld geschehen soll, ist noch unklar. Möglich wäre, die Summe für den nächsten Wahlkampf aufzuheben oder sie an das Nationale Demokratische Komitee zu überweisen.

Fest steht allerdings, was mit dem Geld nicht geschehen wird: Die äußerst klamme Hillary Clinton, einstige Rivalin und nun designierte Außenministerin unter Obama, bekommt wohl nichts davon. Clinton hatte während des Vorwahlkampfs um die demokratische Kandidatur 7,5 Millionen Dollar Schulden angehäuft. Die Höchstsumme, die das Obama-Team für Clinton laut "New York Times" lockermachen darf, wäre ohnehin wenig hilfreich.

Es handelt sich um 2000 Dollar.

ffr/AP
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