Spionageaffäre USA weisen weiteren Verdächtigen nach Russland aus

Nach der Aufdeckung eines russischen Agentenrings haben die USA einen weiteren Mann unter Spionageverdacht ausgewiesen. Der 23-Jährige habe auf Anordnung eines Richters den Flug nach Russland angetreten, berichtete das "Wall Street Journal". Die Behörden hielten sich bedeckt.

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Washington - Es war der größte Austausch von Agenten der beiden Großmächte seit dem Kalten Krieg. In der vergangenen Woche übergaben die und gegenseitig mutmaßliche Spione. Offenbar war die Affäre um die Aufdeckung eines russischen Spionagerings damit aber noch nicht beendet.

Denn im Zusammenhang mit der Enttarnung elf mutmaßlicher Agenten sei nun ein weiterer Mann in den USA des Landes verwiesen worden, berichtete das "Wall Street Journal". Ein Richter habe dem 23-Jährigen eine entsprechende Anordnung erteilt, bestätigte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums in Washington. Der Mann dürfe nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Regierung wieder in die USA einreisen.

Laut der Zeitung war dieser zwölfte mutmaßliche russische Spion kurz nach seiner Ankunft in den USA im Oktober 2009 ins Visier der Ermittler geraten. Er habe in der Gegend um Seattle gelebt und als Software-Tester gearbeitet.

Wie auch die anderen Verdächtigen sei er Ende Juni festgenommen worden. Man habe ihm Verstöße gegen Einreisebestimmungen zum Vorwurf gemacht, nicht aber Spionagetätigkeit. Die Behörden seien zum Fall des 23-Jährigen sehr wortkarg, schrieb die Zeitung.

Sein Fall könne nicht direkt mit dem der zehn Männer und Frauen verglichen werden, die Ende Juni von der Bundespolizei FBI festgenommen wurden. Ein elfter Verdächtiger war in Zypern festgenommen worden, ihm gelang aber die Flucht. Die Gruppe hatte offenbar seit Jahren für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR in den USA gearbeitet.

In einem spektakulären Agentenaustausch hatten die USA am vergangenen Freitag auf dem Wiener Flughafen zehn mutmaßliche Spione an Russland übergeben. Moskau übergab im Gegenzug vier verurteilte Westspione an die USA.

mmq/AFP