Spionagevorwürfe Chinas Staatsmedien drohen Deutschland

Der Verfassungsschutz warnt vor Spionageversuchen aus China über das soziale Netzwerk LinkedIn. Die Staatsmedien der Volksrepubliken weisen dies mit Empörung zurück - und drohen.

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Chinas Staatsmedien drohen Deutschland wegen der jüngsten Spionagevorwürfe. Die Beschuldigungen des deutschen Verfassungsschutzes gefährdeten die Beziehungen zwischen Deutschland und China, schrieb die parteinahe Zeitung "Global Times" in einem Leitartikel.

Es seien keine Beweise für die Anschuldigungen vorgelegt worden. Der Westen werfe China immer leichtfertiger Spionage vor, obwohl dies "in den meisten Fällen" unbegründet sei. China habe sich bislang "sehr zurückhaltend gezeigt" und selten Vorwürfe erhoben, um die diplomatischen Beziehungen nicht zu gefährden. Nun müssten aber "Gegenmaßnahmen" ausgearbeitet werden, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren. "Angriff ist das beste Mittel zur Verteidigung".

Die Zeitung "China Daily" nannte die Anschuldigungen "einen alten Trick". Deutschland sei nicht das erste Land, das mit dem Finger auf China zeige, ohne Beweise vorzulegen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte am Sonntag davor gewarnt, dass chinesische Geheimdienste insbesondere über das soziale Netzwerk LinkedIn versuchten, Parlamente, Ministerien und Behörden zu infiltrieren. Bei einer Untersuchung zwischen Januar und Oktober 2017 habe eine Projektgruppe alarmierende Details entdeckt.

So sei es bei mehr als 10.000 deutschen Staatsangehörigen zu Kontaktversuchen gekommen. Ziel der chinesischen Geheimdienste sei es gewesen, Informationen abzuschöpfen und nachrichtendienstliche Quellen zu werben. Man gehe zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

als/dpa

insgesamt 13 Beiträge
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kobmicha 12.12.2017
1. China hat recht...
Wie immer sehen sich die westlichen Staaten (einschl.Deutschland) als die Guten an und China..der Osten sind die Bösen.
penguin_a_geek 12.12.2017
2. Beweislast
Ich denke, bei allen politischen Spielchen sollten die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleiben. Die Unschuldsvermutung ("in dubio pro reo") ist so ein Grundsatz, der nicht durch leere Anschuldigungen gefährdet werden sollte. Auch wenn die Beweislastumkehr in diesen Tagen ein beliebtes Spielchen ist und die Beweise für vielerlei Aktivitäten nicht vorliegen, sollten die Behörden das nicht mitmachen. Wer zündelt, kann sich leicht die Finger verbrennen
Hoberg 12.12.2017
3. Beweise liefern bei Spionage?
wer ist denn bitte so blauäugig und verlangt Beweise bei Geheimoperationen?? Sollte es diese geben, werden diese entweder nicht veröffentlicht oder der der sie veröffentlicht verliert wegen Dummheit seinen Job...
white_rd 12.12.2017
4. Hm, warum wohl?
Zitat von kobmichaWie immer sehen sich die westlichen Staaten (einschl.Deutschland) als die Guten an und China..der Osten sind die Bösen.
Vielleicht, weil es stimmt? Also China zumindest, noch gehört denen der Osten nicht ganz, auch wenn sie es mit aller Macht versuchen.
Normaler Wutbürger 12.12.2017
5. Typisch
Zitat von kobmichaWie immer sehen sich die westlichen Staaten (einschl.Deutschland) als die Guten an und China..der Osten sind die Bösen.
Leuten wie ihnen muss mal halt erst mal klar machen, dass es in Russland und China genau andersrum läuft. Da ist nämlich der Westen oder die USA immer der Böse.
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