Spionagevorwürfe Chinas Staatsmedien drohen Deutschland

Der Verfassungsschutz warnt vor Spionageversuchen aus China über das soziale Netzwerk LinkedIn. Die Staatsmedien der Volksrepubliken weisen dies mit Empörung zurück - und drohen.
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Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Chinas Staatsmedien drohen Deutschland wegen der jüngsten Spionagevorwürfe. Die Beschuldigungen des deutschen Verfassungsschutzes gefährdeten die Beziehungen zwischen Deutschland und China, schrieb die parteinahe Zeitung "Global Times" in einem Leitartikel.

Es seien keine Beweise für die Anschuldigungen vorgelegt worden. Der Westen werfe China immer leichtfertiger Spionage vor, obwohl dies "in den meisten Fällen" unbegründet sei. China habe sich bislang "sehr zurückhaltend gezeigt" und selten Vorwürfe erhoben, um die diplomatischen Beziehungen nicht zu gefährden. Nun müssten aber "Gegenmaßnahmen" ausgearbeitet werden, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren. "Angriff ist das beste Mittel zur Verteidigung".

Die Zeitung "China Daily" nannte die Anschuldigungen "einen alten Trick". Deutschland sei nicht das erste Land, das mit dem Finger auf China zeige, ohne Beweise vorzulegen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte am Sonntag davor gewarnt, dass chinesische Geheimdienste insbesondere über das soziale Netzwerk LinkedIn versuchten, Parlamente, Ministerien und Behörden zu infiltrieren. Bei einer Untersuchung zwischen Januar und Oktober 2017 habe eine Projektgruppe alarmierende Details entdeckt.

So sei es bei mehr als 10.000 deutschen Staatsangehörigen zu Kontaktversuchen gekommen. Ziel der chinesischen Geheimdienste sei es gewesen, Informationen abzuschöpfen und nachrichtendienstliche Quellen zu werben. Man gehe zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

als/dpa
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