Sprengstoff Leicht zu haben in Russland


Moskau - Jedermann kann sich auf dem russischen Schwarzmarkt ebenso leicht Sprengstoff wie Waffen oder Munition besorgen. Das hochexplosive Material stammt aus Armeedepots, Bergwerken oder direkt aus den Munitionsfabriken. Für Geld bekommt man in dem verarmten Land fast alles.

Die Sprengstoffhehler gehen zum Teil äußerst dreist vor. Im Zentrum Moskaus wurde auf der auch bei Touristen beliebten Flaniermeile Arbat im vergangenen Jahr ein Mann bei dem Versuch festgenommen, fünf Kilogramm Sprengstoff aus Artilleriemunition zu verkaufen. In der Wohnung des Mannes fand die Polizei weitere 35 Kilogramm der Mischung aus TNT und Hexogen. Bei einem der Anschläge auf ein Moskauer Wohnhaus mit 93 Toten im Herbst 1999 wurde ein entsprechendes Gemisch verwendet.

Immer wieder berichten die russischen Medien über erhebliche Sprengstoff-Diebstähle. Aus einem Bergwerk in der sibirischen Stadt Chabarowsk entwendeten Diebe 48 Kilogramm des hochexplosiven Pulvers. Später wurde ein Zeitsoldat als Täter festgenommen.



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