Sri Lanka 13 Menschen sterben bei Anschlag während eines Marathon-Starts

Grauenhafter Anschlag in Sri Lanka: Die Täter zündeten beim Start eines Marathonlaufs nahe der Hauptstadt Colombo ihre Bombe - 13 Menschen kamen ums Leben. Unter den Toten sind sowohl prominente Sportler als auch Sri Lankas Straßenbauminister Fernandopulle.


Colombo - Der Täter löste nach Angaben eines Militärsprechers in Colombo die Explosion aus, als Straßenbauminister Jeyaraj Fernandopulle gerade die Startflagge bei einem Marathonlauf schwenken wollte. Mindestens 13 Menschen wurden dabei getötet, über 90 verletzt. Neben Fernandopulle wurden der Olympiateilnehmer und zweifache Südasien-Marathonmeister K.A. Karunaratne und der Leichtathleten-Nationaltrainer Lakshman de Alwis mit in den Tod gerissen, wie Regierungssprecher Lakshman Hulugalle mitteilte.

Schauplatz des Anschlags nahe Colombo: Mindestens 13 Menschen starben
AP

Schauplatz des Anschlags nahe Colombo: Mindestens 13 Menschen starben

Der Marathonlauf in Weliweriya 20 Kilometer außerhalb Colombos gehörte zu den Feierlichkeiten zum singhalesischen Neujahrsfest. Fernsehbilder zeigten nach der Explosion in Panik umherrennende Menschen. "Ich habe abgetrennte Köpfe, Hände und Beine gesehen", sagte Augenzeuge Nalin Warnasooriya der Nachrichtenagentur AP. "Überall waren Blut und Körperteile. Es war ein schrecklicher Anblick."

Die Regierung machte tamilische Rebellen für den zweiten Anschlag in diesem Jahr verantwortlich, bei dem ein Kabinettsmitglied getötet wurde. Präsident Mahinda Rajapaksa sagte, der Anschlag werde in keiner Weise seine Entschlossenheit mindern, "Terrorismus mit der Wurzel aus unserer Mitte herauszureißen und Frieden, Harmonie und Demokratie unserem ganzen Volk zu bringen".

Die Gewalt in Sri Lanka hat in den vergangenen Monaten zugenommen, nachdem die Regierung im Januar einen Waffenstillstand aufkündigte. Ein Sprecher der Guerillaorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), Rasiah Ilanthirayan, war zunächst nicht erreichbar. Die Befreiungstiger dementieren grundsätzlich Angriffe auf Zivilpersonen.

Fernandopulle war ein Verfechter eines harten Kurses gegen die tamilischen Rebellen. Als Fraktionschef der Regierungspartei besaß er über zusätzlichen Einfluss - er galt deshalb als besonders gefährdetes Anschlagsziel. Im Januar war Bauminister D.M. Dassanayake bei einem Anschlag getötet worden.

Die LTTE kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat auf der Insel. Mehr als 70.000 Menschen wurden dabei getötet.

flo/AP



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