Sri Lanka Autobombe vor Mädchenschule explodiert

Bei einem Bombenanschlag vor einer Mädchenschule in der srilankischen Hauptstadt Colombo sind heute zwei Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden im Nordosten der Insel die Leichen von zwei weiteren Mitarbeitern einer französischen Hilfsorganisation entdeckt.


Colombo - Eines der beiden Opfer des Anschlags vor der Schule ist ein drei Jahre altes Mädchen, teilte die Polizei mit. Sieben weitere Personen erlitten Verletzungen. Ziel der Tat war offenbar ein früherer Abgeordneter der Demokratischen Volkspartei Eelam (EPDP). Die politische Gruppierung hat sich vom bewaffneten Kampf der tamilischen Rebellen distanziert und gilt als deren erbitterter Gegner. Der ehemalige Parlamentarier wurde bei der Explosion verletzt.

Anschlag in Colombo: Der Mann hat bei dem Attentat sein Enkelkind verloren
REUTERS

Anschlag in Colombo: Der Mann hat bei dem Attentat sein Enkelkind verloren

Im Nordosten Sri Lankas wurden unterdessen die Leichen von zwei weiteren Mitarbeitern der französischen Hilfsorganisation "Aktion gegen Hunger" entdeckt. Bereits am Freitag waren dort 15 Mitarbeiter derselben Organisation erschossen aufgefunden worden.

"Aktion gegen Hunger" teilte heute mit, die Leichen ihrer beiden Mitarbeiter seien am Montagabend in einem Auto in der Küstenstadt Muttur gefunden worden. Sie seien offenbar auf der Flucht getötet worden.

In der Gegend liefern sich Regierungstruppen und tamilische Rebellen heftige Gefechte. Bei den getöteten Mitarbeitern von "Aktion gegen Hunger" handelt es sich um 16 Tamilen und einen Muslim. Sie halfen beim Wiederaufbau nach der Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004. "Aktion gegen Hunger" kündigte an, die Arbeit in der Region einzustellen.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für den Wiederaufbau nach dem Tsunami, zeigte sich bestürzt über den Tod der Helfer. Er forderte die Behörden auf, alles zur Aufklärung des Vorfalls zu unternehmen.

Der Minister für Menschenrechte, Mahinda Samarasinghe, versprach eine "freie und faire Untersuchung", wie die Zeitung "Daily Mirror" berichtete. Im Bezirk Trincomalee im Nordosten Sri Lankas überfielen mutmaßliche Kämpfer der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) heute eine Patrouille der Regierungsarmee. Ein Soldat sei getötet, drei weitere Personen seien verletzt worden, teilten die Streitkräfte und das Medienzentrum für Nationale Sicherheit mit. In Ampara, rund 220 Kilometer östlich von Colombo, wurden zwei Polizisten eines Anti-Terror-Kommandos bei einer Bombenexplosion getötet.

ler/AP/dpa



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