Sri Lanka Bombe tötet viele Menschen in Touristenzentrum

Bislang blieb das Zentrum Sri Lankas von Anschlägen verschont: Jetzt hat in der Stadt Dambulla eine Bombe in einem Bus mindestens 18 Menschen getötet und 50 verletzt. Die Region ist ein beliebtes Touristenziel.


Colombo - Die Streitkräfte machten tamilische Rebellen für den Anschlag verantwortlich. Er ereignete sich am frühen Morgen im Zentrum des Inselstaats in der Stadt Dambulla, rund 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo. Mindestens zwanzig Menschen wurden nach Militärangaben getötet, 50 verletzt.

Der Bus war offenbar von Kandy, der zweitgrößten Stadt der Insel, nach Anuradhapura unterwegs. Die Region um Dambulla war bislang von den Kämpfen der tamilischen Rebellen mit den Streitkräften verschont geblieben. Dambulla ist ein beliebtes Touristenziel, die dortigen Höhlentempel sind auch auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Kämpfe und Anschläge waren bisher auf den Norden, Osten und Südosten des Landes konzentriert, einzelne Anschläge gab es auch in der Hauptstadt Colombo. Anlässlich des am Montag bevorstehenden 60. Jahrestags der Unabhängigkeit von Großbritannien wurden zuletzt im ganzen Land die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Seit dem offiziellen Ende des Waffenstillstands am 16. Januar kamen in dem Bürgerkrieg bereits mehr als 700 Menschen ums Leben. Immer weitere Landesteile werden nunmehr in den Konflikt verwickelt. Die Tamilenorganisation LTTE kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat im Nordosten der Insel Ceylon. Die Tamilen werfen der Mehrheitsbevölkerung der Singhalesen jahrzehntelange Diskriminierung vor.

Ein ähnlich grausamer Bombenanschlag hatte Sri Lanka kurz nach dem offiziellen Ende des Waffenstillstands am 16. Januar erschüttert. Bei dem Anschlag auf einen vollbesetzten Schulbus in Buttala, rund 240 Kilometer südöstlich von Colombo, wurden 26 Menschen getötet und 64 weitere verletzt. Erst am Donnerstag war es im Norden des Landes zu einem Anschlag auf einen Schulbus gekommen, bei dem nach Angaben tamilischer Rebellen 18 Menschen getötet wurden, unter ihnen elf Kinder.

cai/ap



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