Sri Lanka Bürgerkrieg forderte 100.000 Todesopfer

Der Bürgerkrieg in Sri Lanka ist offiziell beendet - doch die Bilanz der Todesopfer fällt erschütternd aus: Uno-Schätzungen zufolge kamen während der jahrzehntelangen Kämpfe bis zu 100.000 Menschen ums Leben.


Genf - Der Krieg zwischen Tamilen-Rebellen und Regierungstruppen in Sri Lanka hat nach neuen Schätzungen der Uno bis zu 100.000 Menschen getötet. Seit Beginn der Kämpfe vor 27 Jahren seien zwischen 80.000 und 100.000 Menschen ums Leben gekommen, sagte die Sprecherin des Uno-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha), Elisabeth Byrs, am Mittwoch in Genf.

Bislang hatte die Uno die Zahl der Opfer auf rund 70.000 geschätzt. Byrs erneuerte die Forderung der Vereinten Nationen, freien und bedingungslosen Zugang zu dem bisherigen Kampfgebiet im Norden des Inselstaats im Indischen Ozean zu bekommen.

Nach Angaben des Uno-Flüchtlingskommissariats vom Mittwoch flohen in den vergangenen Monaten rund 280.000 Menschen aus der Konfliktregion, davon 80.000 allein in den vergangenen drei Tagen. Die betroffenen Zivilisten litten unter Krankheiten und Unterernährung, sagte ein Sprecher.

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse hatte die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) am Dienstag für "vollständig besiegt" erklärt. Die 1972 gegründete LTTE kämpfte seit Beginn der achtziger Jahre für einen unabhängigen Tamilenstaat.

amz/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.