Reaktionen auf Explosionen mit Toten Bundesregierung entsetzt über mutmaßliche Anschläge in Sri Lanka

"Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen": Die Explosionen in Kirchen und Hotels in Sri Lanka mit mehr als hundert Toten haben Entsetzen hervorgerufen. Trauer und Betroffenheit sind groß.

Sicherheitskräfte vor Kirche in Colombo
Eranga Jayawardena/AP

Sicherheitskräfte vor Kirche in Colombo


Die Bundesregierung hat tief betroffen auf die mutmaßlichen Terroranschläge auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka mit mehr als hundert Toten reagiert. "Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden", schrieb der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, am Sonntag auf Twitter. "Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen."

"Es ist schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen, ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren", schrieb Merkel. "In dieser schweren Stunde trauern wir mit den Hinterbliebenen und beten für die schnelle Genesung der Verletzten."

In drei katholischen Kirchen und drei Luxushotels hatten sich binnen einer halben Stunde Explosionen ereignet. Dabei wurden auch mindestens 250 Menschen verletzt.

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts teilte mit, die Situation sei derzeit noch unübersichtlich. "Die Botschaft Colombo bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen sind. Wenn Sie vor Ort sind: Bleiben Sie den Anschlagsorten fern. Folgen Sie Anweisungen der Behörden."

Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich "bestürzt über die entsetzlichen Anschläge": "Diese niederträchtige Tat richtete sich offenbar gezielt gegen Menschen, die sich am Ostersonntag in der Kirchen dem Gebet und der Besinnung widmeten, sowie gegen Reisende." Nichts könne die gezielte Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertigen.

Am Osterfest so viel Hass zu erleben, schmerze, schrieb der Außenminister auf Twitter. "Ostern ist ein Fest der Liebe, das uns lehrt: Hass unsererseits kann nie die Lösung sein." Das Auswärtige Amt hat Maas zufolge einen Krisenstab eingerichtet. Besorgte Angehörige können sich unter der Telefonnummer 030-50000 informieren.

"Besonders niederträchtig ist, dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Pakistans Premierminister Imran Khan erklärte die Solidarität seines Landes mit Sri Lanka in dieser Stunde der Trauer.

Israels Staatspräsident verurteilte die Angriffe als "abscheuliches Verbrechen". Sie hätten auch jenen gegolten, die am Ostersonntag beteten, schrieb Reuven Rivlin auf Twitter. "Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle."

"Ich denke an die Menschen in Sri Lanka, die weinen wie Maria am Grab Jesu", sagte der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Wer zu Ostern die Auferstehung Jesu feiere, wisse um die Abgründe des Leidens, sagte der bayerische Landesbischof. "Auch die schlimmste Gewalt wird uns nicht dazu bringen, vor dem Hass zu kapitulieren. Gerade jetzt gilt: Christus ist auferstanden und nimmt alle Opfer von Hass und Gewalt mit ins neue Leben."

Die britische Premierministerin Theresa May sagte: "Wir müssen zusammenhalten und sicherstellen, dass niemand seinen Glauben in Furcht praktizieren muss."

Augenzeugen im Video: "Ich hörte die Explosion, dann fiel das Dach auf uns."

Dinuka Liyanawatte/ REUTERS

wit/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.