Sri Lanka Mindestens hundert Tote bei Armeeoffensive

Blutiger Mittwoch in Sri Lanka: Bei einer Armee-Offensive gegen tamilische Rebellen sind mindestens hundert Menschen getötet worden. Laut srilankischem Verteidigungsministerium waren es die verlustreichsten Gefechte seit eineinhalb Jahren.

Colombo - Eine Armeeoffensive hat in Sri Lanka viele Opfer gefordert: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kamen bei Kämpfen in einer von den Rebellen kontrollierten Region auf der nördlichen Halbinsel Jaffna mindestens 127 Soldaten ums Leben oder galten als vermisst. Zuvor hatte das Ministerium 38 getötete Soldaten und 52 getötete Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) angegeben.

Die Tamilen-Rebellen sprachen hingegen von mehr als hundert getöteten und 400 verletzten Soldaten. Ihre Verluste bezifferten sie mit 16 Toten.

Nach Angaben beider Seiten begannen die Kämpfe in den frühen Morgenstunden und dauerten mehrere Stunden. Laut srilankischem Verteidigungsministerium waren es die verlustreichsten Gefechte seit eineinhalb Jahren.

Die LTTE-Rebellen kämpfen seit 1972 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit im Norden der Insel. Bei dem Konflikt kamen Schätzungen zufolge bereits bis zu 60.000 Menschen ums Leben. Allein in diesem Jahr starben nach Angaben des Verteidigungsministeriums mindestens 3025 LTTE-Rebellen und 218 Soldaten. Die Zahlen sind jedoch umstritten, da das Land für Journalisten und Menschenrechtsgruppen praktisch unzugänglich ist.

ssu/AFP