Anschlagsserie an Ostern Sri Lankas Polizei meldet Erfolge

Mehr als 250 Menschen sind bei den Anschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka getötet worden, die Sicherheitsbehörden waren zuvor gewarnt. Nun sind offenbar alle an der Tat Beteiligten gefasst.

Einsatz von Sicherheitskräften in Colombo nach den Anschlägen in Sri Lanka
Ammu Kannampilly/ AFP

Einsatz von Sicherheitskräften in Colombo nach den Anschlägen in Sri Lanka


Vor gut zwei Wochen kam es zu Terroranschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka. Nun sind nach Angaben der Behörden offenbar alle Tatverdächtigen getötet oder in Haft. Um wie viele Personen es sich handelt, die in Gewahrsam sitzen, sagten die Behörden nicht.

"Alle, die die Selbstmordanschläge organisiert und verübt haben, sind gestorben oder in Gewahrsam", sagte Polizeichef Chandana Wickramaratne in einer Audiobotschaft.

Auch die zwei "Bombenexperten" der Gruppe seien getötet worden. "Wir haben die Sprengsätze, die sie für weitere Anschläge gelagert hatten, beschlagnahmt", sagte Wickramaratne. Der Polizeichef machte keine Angaben dazu, wie viele Verdächtige im Zusammenhang mit den Anschlägen in Gewahrsam sind. Ein Polizeisprecher hatte am Montag von 73 Verdächtigen gesprochen, darunter neun Frauen.

Ausgangssperre aufgehoben

Insgesamt wurden bei den Selbstmordattentaten drei Kirchen sowie drei Luxushotels getroffen und 257 Menschen getötet. Etwa 500 weitere wurden verletzt. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Anschläge für sich. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte. (Lesen Sie hier eine Analyse zu den Anschlägen in Sri Lanka).

Wickramaratne sagte, mit der Aufhebung von Ausgangssperren normalisiere sich das öffentliche Leben langsam wieder. Am Montag waren die Schulen wieder geöffnet worden, allerdings erschienen vielerorts weniger als zehn Prozent der Schüler. Viele Eltern fürchten weitere Anschläge.

Nach Polizeiangaben beruhigte sich auch die Lage in Negombo nördlich der Hauptstadt Colombo wieder. Dort waren bei Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen zuletzt Dutzende Geschäfte, Wohnhäuser und Fahrzeuge von Muslimen beschädigt worden. In einer Kirche in Negombo waren bei den Anschlägen vom Ostersonntag mehr als hundert Menschen getötet worden.

mst/AFP



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