Sri Lanka Rebellenangriff auf Flughafen

Tamilische Rebellen haben die größte Luftwaffenbasis Sri Lankas angegriffen. Betroffen war auch der internationale Flughafen von Colombo. Dort befanden sich Hunderte Touristen aus aller Welt.


Colombo - Bei dem Angriff wurden mindestens neun Rebellen und drei Soldaten getötet, teilte das Militär mit. Der Zivilflughafen wurde geschlossen. Ein Teil der Touristen wurde in Sicherheit gebracht, andere mussten wegen der Gefechte ausharren. Mehrere ankommende Flüge, unter ihnen eine Maschine aus Berlin, wurden auf indische Flughäfen umgeleitet. Bei dem Angriff kamen acht Militärjets und Helikopter sowie drei zivile Maschinen der Sri Lankan Airlines zu Schaden.

Die tamilischen Rebellen steckten Flugzeuge in Brand
AP

Die tamilischen Rebellen steckten Flugzeuge in Brand

Etwa 20 Kämpfer der "Befreiungstiger von Tamil Eeelam" (LTTE) hatten die Luftwaffenbasis nahe dem Zivilflughafen in der Nacht zum Dienstag angegriffen. Zu den Rebellen zählten Selbstmordattentäter, die Bomben am Körper trugen und sich an wichtigen Positionen auf dem Luftwaffengelände selbst in die Luft sprengten. Die Angreifer waren auch mit Gewehren und Granatwerfern bewaffnet. Sie feuerten später auf eine Halle mit den drei Zivilmaschinen, die dort geparkt waren.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich mehrere hundert Reisende im Flughafengebäude auf. "Ich wusste nicht, ob ich da wieder lebend herauskommen würde", sagte die britische Touristin Pippa Hutchings dem Fernsehsender CNN. Der Journalist Ali Rafeeq sagte: "Wir rannten aus der Abfertigungshalle und waren dann allein. Wir krochen am Boden die Straße hinunter. Es herrschte Chaos."

Die Feuergefechte zwischen Rebellen und Militär dauerten den Morgen über an. Der Angriff gilt als Vergeltung für Luftangriffe der Regierungstruppen gegen Stellungen der LTTE im Norden Sri Lankas. Die LTTE kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat im Norden und Osten Sri Lankas. Dabei kamen bislang mehr als 68.000 Menschen ums Leben. Bislang hat die LTTE ausländische Touristen nicht gezielt angegriffen. Die Attacke vom Dienstag könnte die Anziehungskraft Sri Lankas als Ferienziel aber weiter einschränken.



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