Sri Lanka Schwere Artilleriegefechte um einen Grenzübergang

Die Gewalt auf Sri Lanka eskaliert. In der vergangenen Nacht sind erneut heftige Artillerie-Gefechte zwischen Rebellen und Regierungstruppen im Norden der Insel entbrannt.


Colombo - Ein Militärsprecher sagte heute, die Kämpfe seien bereits die ganze Nacht im Gange. Die Rebellen griffen mit Artillerie und Werfergranaten an. Die Gefechte auf der Halbinsel Jaffna tobten um den Grenzübergang Muhumalai, der an der Linie zwischen Rebellengebiet und dem von Regierungstruppen gehaltenen Territorium liegt.

Bei einem vermutlich von tamilischen Rebellen verübten Anschlag in Sri Lankas Hauptstadt Colombo waren gestern mindestens sieben Menschen getötet worden.

Kurz zuvor hatten die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) das Militär beschuldigt, es habe bei der Bombardierung eines Waisenhauses 61 Mädchen getötet. Das Militär beharrt hingegen auf seiner Version, wonach bei dem Angriff Rebellen getötet worden seien.

Auf Jaffna war es bereits in den vergangenen Tagen zu den heftigsten Gefechten seit der Waffenruhe von 2002 gekommen. Die erneuten Feindseligkeiten haben die Sorge vor einem abermaligen Abgleiten in den Bürgerkrieg geweckt. Der Waffenstillstand von 2002 sollte einen Schlussstrich unter den seit mehr als 20 Jahren dauernden Krieg auf Sri Lanka ziehen, bei dem mehr als 65.000 Menschen starben. Im April hatten die Rebellen Friedensgesprächen mit der Regierung aufgekündigt, die in Genf geführt werden sollten.

ler/Reuters



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