Sri Lanka Schwere Gefechte fordern Dutzende Opfer

Die tamilischen Rebellen auf Sri Lanka haben eine Militäroffensive der Regierung als "Kriegserklärung" gewertet. Angaben der Rebellen zufolge wurden 50 Zivilisten getötet, 200 verwundet. Die Armee bestätigte nur die Gefechte.


Colombo - Mit Luftangriffen und Artillerie hat die Armee Sri Lankas Rebellen der tamilischen Befreiungsbewegung (LTTE) angegriffen. Dabei seien 50 Zivilisten getötet und 200 verwundet worden, sagte ein Sprecher der Rebellen. Das Verteidigungsministerium in Colombo erklärte lediglich, der LTTE seien schwere Verluste zugefügt worden, über zivile Opfer sei hingegen nichts bekannt. Ein Krankenhausarzt in der nahegelegenen Stadt Kantale sagte, drei Soldaten der Armee seien getötet, 25 verwundet worden.

Schwere Kämpfe in Trincomalee: die Krankenhäuser meldeten zahlreiche Opfer
AFP

Schwere Kämpfe in Trincomalee: die Krankenhäuser meldeten zahlreiche Opfer

Die heftigen Kämpfe sind im nordöstlichen Distrikt Trincomalee ausgebrochen, wo schon in den vergangenen Tagen in den schwersten Auseinandersetzungen seit dem Waffenstillstand von 2002 zwischen 100 und 300 Kämpfer und Zivilisten starben. Zentrum der Auseinandersetzungen ist ein Wasserreservoir, dessen Schleusen die Rebellen am 20. Juli geschlossen und so 60.000 Menschen in von der Regierung kontrollierten Dörfern von der Wasserversorgung abgeschnitten hatten. Die Rebellen warfen der Regierung vor, ihr Versprechen gebrochen zu haben, Wasser in Rebellengebiete zu leiten.

Am Dienstag hatte die LTTE nach eigenen Angaben die Schleusen wieder geöffnet, Mittwoch erklärte die Armee, sie habe die Kontrolle über das Reservoir wiedererlangt. Die Artillerie beschoss trotzdem weiterhin das Gelände.

Die LTTE hatte 1983 begonnen, für einen eigenen Staat der 3,2 Millionen Tamilen auf Sri Lanka zu kämpfen. 2002 setzte ein Waffenstillstand dem Blutvergießen zeitweilig ein Ende, doch seit dem vergangenen Dezember sind in neuen Kämpfe nach Beobachterangaben rund 900 Menschen umgekommen.

sön/AP



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