Sri Lanka Tausende flüchten vor neuem Bürgerkrieg

Im Osten Sri Lankas sind tausende Zivilisten auf der Flucht. Hintergrund sind die wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen. Auf der Insel wächst die Furcht vor einem neuen Bürgerkrieg.


Trincomalee - Wie eine Sprecherin des Roten Kreuzes heute erklärte, machten sich 6000 bis 7000 Familien in der umkämpften moslemischen Stadt Mutur angesichts der andauernden Feuergefechte zu Fuß auf den Weg aus der Stadt. Wegen der Kämpfe sind schätzungsweise rund 22.000 Menschen dort eingeschlossen.

Ein Vater trägt sein verletztes Kind auf dem Arm: Häufig sind Zivilisten Opfer der wiederaufgeflammten Kämpfe
REUTERS

Ein Vater trägt sein verletztes Kind auf dem Arm: Häufig sind Zivilisten Opfer der wiederaufgeflammten Kämpfe

"Das Problem ist, dass sie weiter unter Raketen- oder Artilleriebeschuss geraten", sagte die Sprecherin. In der Stadt warten dutzende Verletzte auf ihre Rettung oder Versorgung durch Hilfsorganisationen. Wegen der Kämpfe konnten diese die Menschen aber bislang nicht erreichen.

Allein am Donnerstag wurden in dem Konflikt mindestens 15 Zivilisten, zwölf Tamilen-Rebellen und ein Soldat getötet. Eigentlich gilt seit 2002 ein Waffenstillstand. Diplomaten fürchten aber angesichts der wieder aufgeflammten Kämpfe, dass das Land erneut in einen Bürgerkrieg abrutscht.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan forderte am Donnerstagabend ein Ende der Gewalt. Annan appellierte an die srilankische Regierung und die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Die Konfliktparteien müssten die Feindseligkeiten "sofort" beenden, um ein günstiges Klima für Verhandlungen in der Wasserfrage zu schaffen. Die Kämpfe hatten sich in der vergangenen Woche am Streit um die Kontrolle eines Kanals im Nordosten des Landes entzündet. Seitdem starben laut Uno mehr als 150 Menschen.

Die tamilischen Rebellen kämpfen seit mehr als 20 Jahren für Selbstbestimmung der tamilischen Minderheit im Norden und Osten Sri Lankas.

ler/Reuters/AFP



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