Explosionen in Sri Lanka Verteidigungsministerium spricht von Terroranschlag

Mindestens acht Explosionen haben den Inselstaat Sri Lanka erschüttert, betroffen waren vor allem Hotels und Kirchen. Der stellvertretende Verteidigungsminister geht von einer Terrorattacke aus.

Opfer in Sri Lanka
Dinuka Liyanawatte/ REUTERS

Opfer in Sri Lanka


Die Verantwortlichen für die mutmaßliche Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka sind nach Angaben des stellvertretenden Verteidigungsministers identifiziert. Ruwan Wijewardene sprach bei einer Pressekonferenz von einem "terroristischen Vorfall" und von "extremistischen Gruppen". Zudem kündigte er eine zwölfstündige, landesweite Ausgangssperre an.

Mehrere Explosionen erschütterten am Ostersonntag Hotels und Kirchen. Mindestens 207 Menschen seien getötet worden, teilte die Polizei mit. Unter den Opfern seien auch neun Ausländer. Zudem war die Rede von mehr als 450 Verletzten, einige von ihnen in Lebensgefahr.

Augenzeugen im Video: "Ich hörte die Explosion, dann fiel das Dach auf uns."

Dinuka Liyanawatte/ REUTERS

Sechs Explosionen ereigneten sich Behördenangaben zufolge beinahe zeitgleich - alle innerhalb einer halben Stunde. Betroffen waren demnach drei Kirchen in drei verschiedenen Städten sowie drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. In den Kirchen fanden Ostergottesdienste statt. Zudem gab es Meldungen über zwei weitere Explosionen. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Mindestens 64 Menschen wurden laut Polizei bei den Anschlägen auf drei Luxushotels und eine Kirche in Colombo getötet. Mindestens 67 Personen starben in einer Kirche des nahe von Colombo gelegenen Orts Negombo. 25 Menschen wurden in einer Kirche in Batticaloa im Osten des Landes getötet.

Regierung verhängt Ausgangssperre

Unter den Todesopfern waren nach Krankenhausangaben US-Bürger, Briten und Niederländer. Ob auch Deutsche darunter waren, versuche die Botschaft in Sri Lanka "mit Hochdruck" aufzuklären, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD).

Die Regierung verhängte mit sofortiger Wirkung eine Ausgangsperre. Wie lange sie gelten soll, blieb offen. Zudem werde der Zugang zu den großen sozialen Medien und Messengerdiensten gesperrt.

Shangri-La Hotel in Colombo
ISHARA S. KODIKARA/ AFP

Shangri-La Hotel in Colombo

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sechs Prozent der Einwohner im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka sind Katholiken. Zu ihnen gehören Mitglieder der tamilischen Minderheit und der singhalesischen Mehrheit.

mho/dpa/Reuters/AP



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