Anschlagserie in Sri Lanka Zahl der Todesopfer nach unten korrigiert

Sri Lankas Gesundheitsministerium hat die Zahl der Toten bei den Anschlägen vom Ostersonntag um mehr als 100 nach unten korrigiert. Genauere Angaben seien wegen extremer Verstümmelungen zunächst schwierig gewesen.

Mutter und Schwester eines Opfers der Bombenexplosionen in Sri Lanka trauern während der Beerdigung
Manish Swarup / DPA

Mutter und Schwester eines Opfers der Bombenexplosionen in Sri Lanka trauern während der Beerdigung


Bei den Anschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka sind nicht 359, sondern 253 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Sri Lanka mit.

Die Zahl der Toten wurde korrigiert, da nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehrere verstümmelte Leichen doppelt gezählt worden waren. Demnach wurden nach den Anschlägen auf mehrere Hotels und christliche Kirchen 485 Verletzte in die Krankenhäuser eingewiesen. 149 von ihnen mussten am Donnerstag weiterhin stationär behandelt werden.

Sieben sri-lankische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu gleichzeitig in drei Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später zündeten zwei weitere Terroristen in einem kleinen Hotel und in einem Wohnhaus in Vororten Colombos Bomben. Ein weiterer Anschlag auf ein Fünf-Sterne-Hotel scheiterte.

Nach den jüngsten Zahlen des Außenministeriums Sri Lankas waren 40 Ausländer unter den Todesopfern. Es war zunächst unklar, ob sich auch diese Zahl ändern wird.

Die Terrormiliz IS hatte die Selbstmordanschläge für sich reklamiert. Die Echtheit der Nachricht ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Als Täter macht Sri Lanka eine einheimische Islamistengruppe verantwortlich, die aber Hilfe aus dem Ausland gehabt haben müsse. Nach Einschätzung der Regierung waren die Anschläge als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht.

Die US-Botschaft in Sri Lanka warnte vor möglichen weiteren Anschlägen auf Gotteshäuser. Diese sollten von Freitag bis Sonntag gemieden werden, twitterte die Botschaft unter Berufung auf die sri-lankischen Behörden. "Bleiben Sie weiter wachsam und meiden Sie größere Menschenmengen", hieß es.

Nach Behördenangaben vom Donnerstag befanden sich 76 Verdächtige in Gewahrsam. Die Regierung warnte aber, dass sich noch Verdächtige auf der Flucht befänden. Manche von ihnen seien im Besitz von Sprengstoff. Die Polizei veröffentlichte Fotos und Namen von sechs Verdächtigen, die in Verbindung mit den Anschlägen gesucht würden, und bat die Bevölkerung um Hinweise. Es handelte sich um drei Frauen und drei Männer.

mal/dpa



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