Georgiens Ex-Präsident Staatsanwaltschaft will Freilassung von Saakaschwili anfechten

Der Streit um Micheil Saakaschwili geht weiter. Die Staatsanwaltschaft der Ukraine will jetzt dafür sorgen, dass der frühere Präsident Georgiens wieder inhaftiert wird.

Micheil Saakaschwili
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Micheil Saakaschwili


Die ukrainische Staatsanwaltschaft will die Freilassung des georgischen Ex-PräsidentenMicheil Saakaschwili anfechten. Das teilte Generalstaatsanwalt Juri Luzenko mit. Am Montagabend hatte ein Kiewer Gericht auf Untersuchungshaft während der Ermittlungen gegen den Politiker verzichtet und ihn freigelassen. Die Begründung folge am Donnerstag.

Saakaschwili wird vorgeworfen, eine kriminelle Organisation zu unterstützen. Er soll umgerechnet mehrere Hunderttausend Euro aus dem Umfeld von Ex-Präsident Wiktor Janukowytschangenommen haben.

Die Staatsanwaltschaft sei bereit, Experten des FBI oder vom britischen Scotland Yard für eine Prüfung von verdächtigen Telefonmitschnitten hinzuzuziehen, sagte Luzenko. Saakaschwili habe mit diesem Geld seine Bewegung für einen Regierungssturz organisiert, hieß es.

Seit Oktober harren Anhänger Saakaschwilis vor dem Parlament in Kiew aus. Erst am Sonntag hatten mehrere Tausend Menschen die Amtsenthebung von Präsident Petro Poroschenko gefordert.

Saakaschwili war von 2004 bis 2013 Staatschef von Georgien. Nach seinem Abdanken wurde er Gouverneur der ukrainischen Schwarzmeerhafenstadt Odessa. Dafür erhielt er vor zwei Jahren die ukrainische Staatsbürgerschaft; Poroschenko entzog ihm diese jedoch nach einem Streit. Seitdem ist Saakaschwili staatenlos.

als/dpa

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